42 Von den ältesten astron. Entdeckungen.
zu laufen scheinen; und diese schein da es Bewegung hiel-te man anfangs ohne Zweifel für Wahrheit. Aber hierentstand nun sogleich die Frage: wo sind die Sterne hin,die vor sechs Vollmonden bald nach dem Untergänge derSonne am Himmel erschienen; und warum erscheinensie nach andern sechs Vollmonden beynahe eben wiederso, wie anfangs? dieses zu beantworten, wurde vielZeit erfoderk. Man bemerkte ferner gar bald einige Hel-le Sterne, welche kurz nachdem Untergange der Sonnebald sehr hoch am Himmel erschienen; nach verlaufe-nen sechs Vollmonden hingegen tief gegen Norden hinabgestiegen waren. Diese Sterne sah man nun wohl beyAnbruch des Tages am freyen Himmel verschwinden,und bcy deren Untergange an einem andern Orte desHimmels wieder erscheinen: aber aufgehen und -wirklichuntergehen, wie die mehresten ander»'Sterne, sah mansie niemals: folglich schloß man auf einen wirklichenKreislauf derselben. Nun fragte sichs ganz natürlich:wie ? sollten wohl diese Sterne allein in einem Kreise be-wegt werden? sollte dieß nicht auch bey den übrigen stattfinden? Ja! man mußte endlich gar bemerken, daß einziemlich großer Stern an einem und eben demselben Ortedes Himmels erschien und seinen Stand weder z» ver-schiedenen Jahreszeiten noch zu verschiedenen Zeiten einereinzigen Nacht verließ; alle übrige hingegen schienen ei-nen desto großem Kreis zu beschreiben, je weiter sie vonvbgedachtem Sterne, welches itzt der letzte im Schwan,ze des kleinen Bars oder der Polarstern Heist, abstan-den: folglich nahm man ihn gleichsam zum Mittelpunktean , um welchen sich die übrigen herum dreheten. Kamnun ein offener Kopf aus solche Untersuchungen: so wares leichte, auf den Gedanken von der Umdrehung derganzen hohlen Himmelskugel zu geratheu; er mußte sichzween einander entgegen gesetzte Punkte in dieser Kugeldenken und den einen derselben nahe bey gedachten Stern