Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
36
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z6 Von der Erfindung der Sternkunde.

Daher benutzten sie bloß die Erfindungen ihrer Vorfah-ren; sie führten die chronologischen Berechnungen nachden Vorschriften derselben ohne den Grund davoneinzufehen; sie beobachteten mechanisch ohne zu fragen:wozu? und man begreift leichte, warum sie selbst nichtnur nichts neues erfanden, sondern auch die schon erfun.denen Wahrheiten bald ordentlich bald ohne allen Zu-sammenhang oderBeurtheilungskrafc aufzeichneten.

§. iz.

Diese Vermuthung von dem weit hohem Alter deswahren Ursprungs der Sternkunde laßt sich zu einemnicht geringen Grade der Gewißheit erheben, wenn manin bewahrten Nachrichten unbezweifelte Spuhren wich-tiger astronomischer Kenntnisse, die ohnfehlbar über dieZeiten der Sündfluth hinaufallen, findet. So ist, zumBeyspiel, der chaldaische Sara eine Zeit von rrz Mon-denmonathen: und dieß ist gerade die periodische Zeit, inwelcher der Neumond allemal entweder in dem Punkte,wo seine Bahn die Ekliptik schneidet, oder in seiner wei-testen Entfernung von der Erde, fallt. Man findet fer-ner bey ihnen einen Zeitraum von 600 Jahren: unddieser ist nach der Berechnung des Doirrinicus Cas-sini , gerade derjenige, nach welchem die Sonne und derMond, wenn sie einmal miteinander zugleich von einemOrte des Himmels ausgelaufen sind, beyde an eben dem-selben Orte wieder zusammen treffen, ssosephlls schreibtdie Erfindung dieser merkwürdigen Periode seinen Erz.Vätern zu. Hieher rechne man noch die Eintheilungdes Thierkreises in die zwölf bekannten Sternbilder: denndiese ist ohne allen Zweifel noch vor der Sündfluth ge-macht worden. Fragt man, auf welche Art die Kennt-nisse der Menschen vor der Sündfluth auf die Nachkom-men gebracht wurden: so antworten wir: durch die auf-gerichteten Säulen und die darein gegrabenen Hierogly-phen : denn diese konnten nicht so leichte zerstöret werden.