Druckschrift 
1 (1777)
Entstehung
Seite
30
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ZV Von der Erfindung der Sternkunde.

gleich an gehörigen Nachrichten mangelt. Ja man fin-det sogar bey ihren Nachbarn, den Phrygiern einen dem-Herkules gewidmeten Tempel, von welchem man ver-machet, daß er um das Jahr 2702vor Christi Geburtgebanet worden sei). * Nun hieß Herkules in damali-gen Zeiten auch so .viel als die Sonne: denn man ver-band in den fabelhaften Erzählungen von dem Leben die-ses Helden eine allegorische Beziehung auf den schein-baren Lauf und auf die sonderbare Wirkung dieses gros-sen Sterns. Also kann man den Ursprung der Stern-kunde in dieser Gegend von Asien füglich auf zooo Jahrvor Christi Geburt hinaus sehen«

§- 9 -

Wir kommen nun auf die Persier, von welchen, wieaus bereits oben angeführten Gründen erhellet, die Chal-däer abstammeten. Diese harten eine besondere Art,gewisse aus ihrer Zeitrechnung zurückgebliebene Theile der-selben einzuschalten: diese Verführungsart bezog sich aufeinen Zeitraum von 144O Iahten; und wir werden un-ten darkhun,** daß der Anfang des ersten dieser Zeit-räume auf das Jahr g2c>9 vor Christi Geburt fallenmuß. Man findet ferner in ihren noch übrigen Schrif-ten vier merkwürdige Sterne, welche die vier Hauptgc-gcnden des Himmels anzeigten: diese waren das Augedes Stiers, das Herz des Skorpions, das Löwenherzund der südliche Fisch. Rechnet nian nun nach: so fin-det sichs, daß die ersten beyde um das Jahr gooo vorChristi Geburt gerade an den einander entgegen gesetz-ten Punkten des Himmels, wo der Aeguator die Eklip-tik schneidet, zu finden waren: das heißt, sie bestimm-ten die Punkte beyder Nachtgleichen; das Lcwenherz hin-gegen und der Helle Stern im südlichen Fische waren ge-rade

* tterrxlvms. I..II. und 2 ten D> Absch. I. §. IZ.

* * Lten B- 4. Absch. tz. 3,