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1 (1777)
Entstehung
Seite
21
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Von der Erfindung der Sternkunde. 21

prangt, plüche, warburton und einige andereneuere Geschichtschreiber, deren Werke übrigens mit vie-ler Einsicht geschrieben sind, bemüheten sich zwar, alleWahrscheinlichkeit der ehemaligen Existenz der StadtTroja und überhaupt alle Gewißheit der alten Geschich-te über den Haufen zu werfen: allein wir sind viel zuweit von jenen Geschichtschreibern, die vor vier tausendJahren lebten und die Begebenheiten zum Theil selbst gersehen harren, entfernt, als daß wir ihnen so gerade zu wider-sprechen können. Man erstaunt, wenn man liest, wie un-unbedachtsam und frey plüche über die Trümmer derägyptischen Alterthümern hinweg hüpft: er spricht so ent-scheidend und giebt seine Konjecturen für so zuverlaßigeWahrheiten aus, daß sich selbst einer von den altenPriestern aus Heliopolis, wenn er auf die Erde zurück-kommen sollte, uns nicht so zuversichtlich durch dieses La-byrinth hindurch zu führen getrauen würde.

Eine Hauptguelle der Zweydeutigkeit und des Zwei-fels ist die Bedeutung jener Namen, welchen man zuallen Zeiten den Ländern und Personen gab: denn diesesind jederzeit aus solchen Worten zusammengesetzt, wel-che entweder besondere GcisteSfähigkeiten oder Starke desKörpers oder andere Eigenschaften lebloser Geschöpfe an-zeigen: kann man nun aber deswegen behaupten, daßauch die Personen und andere Dinge, welche man mit der-gleichen Namen belegt hat, erdichtet seyen? Eben sosind die Begebenheiten durch die Tradition zwar sehr ver-stellt worden: aber deswegen darf man noch nicht sagen,daß gar nichts von solchen Erzählungen wahr sey; dieKritik muß das wahre und wesentliche daraus aufsuchen:und dieses nennen wir historische Wahrheit.

§. 4 -

Wir müssen also zugeben, daß Uranus, Atlas,Saturn und dessen Söhne in der That existirt haben:denn die Wahrscheinlichkeit dieser Vermuthung erhält da-

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