20 Von der Erfindung der Sternkunde.
die sie bey andern Völken gelernt hatten: so machten esselbst die griechischen Weltweisen; denn die ältesten der-selben holten ihre Wissenschaft auch aus Aegypten undIndien. Unterdessen muß man doch bekennen, dasi wirdie Sternkunde bey diesen letztem zuerst als eine Wissen-schaft behandelt finden, wenigstens mangeln uns bey denübrigen Völkern hinreichende Nachrichten. Aber des-wegen läugnen wir nicht, daß man auch den Uranus,Atlas, Fohi, Merkurius, Foroaster und Bclus,als die wahren Erfinder der Sternkunde, in Rücksichtauf die Nachrichten, welche sich bis auf unsere Zeiten er-halten haben, ansehen kann.
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Von den wahren Verdiensten bereits gedachter Män-ner wissen wir überaus wenig; ihre Handlungen sindgrößtentheils von Dichtern beschrieben und durch die Fa-bel sehr zweifelhaft gemacht worden: daher Habel« gar ei-nige neue Schriftforscher an der ehemaligen Existenz der-selben gezweifelt; sie glaubten, die Vorstellungen ge-dachter Personen waren, wie überhaupt alle andere, diewir aus der Mythologie kennen, nichts weiter alsSinnbilder.
Es ist zwar nicht zu laugnen, daß man die Geschich-te merkwürdiger Vorfälle und berühmter Männer sehrspät in Prosa zu beschreiben anfieng: aber folgt wohlhieraus, daß die ältesten Poeten gar keine wahren Be-gebenheiten zum Grunde ihrer Gedichte gelegt haben?Ist es wohl wahrscheinlich, daß man in den damaligendunkeln Zeiten, wo sich die menschlichen Kenntnisse fastdurchgängig bloß auf das sinnliche erstreckte, so vortref-lich zu abstrahiren gewußt, und nichts als eingebildeteBegebenheiten, so natürlich, so wahr vorgestellt habe?Die Iliade des Homers, ist ja mit lauter Wahrheiten,die den trojanischen Krieg betreffen, angefüllt: nur mitdem Unterschiede, daß sie mit dichterischem Schmucke
prangt.