Vorläufige Betrachtung. 2
Vertust gereicht zur grösser» Vollkommenheit der Weltüberhaupt und ins besondere der Wissenschaften.
Nun würde die Sternkunde auf gedachte Art zwareinen Theil ihres Gegenstandes erreichen: allein sie mußauch die Ursachen gedachter Erscheinungen zu erklärenwissen; sie muß die Begebenheiten mit einander verglei-chen und dann ganz einfache Gesetze daraus herleiten kön-ne» : und dieses gehört für den philosophischen Astrono-men. Beobachtende Astronomen tragen die Baumate-rialien mühsam zusammen und erwarten den Baumei-ster, dessen Genie sie mit Geschmack zusammenordnet.Unter den alten waren ^pparchus und pcolomä-r?s, bey den neuern hingegen Ropeunikus, Tycho,Aepler, Domiiricus Lasstm und der große New-ton diese philosophischen Astronomen.
Allein es giebt in gedachter Wissenschaft noch vielDinge, welche zu untersuchen, und Fragen, welche nochzu beantworten sind: dieß sey das Werk unserer Nach-kommenschaft. Wir werden in unserer Betrachtung,den Fortgang und Wachöthum der menschlichen Kennt-nisse schon in den altern Zeiten zu bewundern Gelegen-heit genug finden. Der älteste Schäfer, welcher feineAufmerksamkeit und seine Augen gegen den Himmel rich.tete und sich die Zahl der Sterne sowohl als deren schein-bare Bewegung bekannt machte, war schon ein Astro-nom«: aber wie sehr ist nicht unsere itzige Astronomievon jener unterschieden? Der älteste Astronome, wel-cher glaubte, daß die Sonne bey ihrem Untergange imMeere ausgelöscht und des Morgens wieder angezündetwürde, ist in Rücksicht auf seine Kenntniß von dem, wel-cher Welten abgewogen und deren ewige Bewegungsge-sehe demonstrirk hat, unendlich weit überstiegen worden.Diese Wissenschaft hat sich überhaupt nicht zu allen Zei-
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