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Wir wollen zunächst den Bericht des Herrn Steward hierher setzen, der durch den Oberingenieur HerrnMiller bestätigt worden ist.
Herr Steward ist ein practischer Ingenieur einer bohcn Klasse und sehr talentvoll. Herr Miller ist, wieoben erwähnt, der Oberingenieur in New-Uork von der Erie-Eisenbahn, die auf Kosten des Staates aus-geführt wird, von mehr als 400 englischen Meilen Länge, welche den Eriesec mit dem Hudsonflusse verbindet,und etwas mehr als 20 Meilen oberhalb New-Uork, bei Tappan, ansängt. Auf dieser Bahn sind jetzt täglich12 solcher Maschinen beschäftigt, und zwar mit sicherm Erfolge, während noch 5 neue Maschinen mehr bestelltsind. Mehr als 200 englische Meilen dieser Bahn werden auf Pfählen erbauet, wie deS Herrn Seymour'sBericht nachweiset. Diese Arbeit könnte unmöglich mit gewöhnlichen Hand- oder Kuustrammen bewerkstelligt werden.
Die New-Uork-Erie-Eisenbahn kann als eine der wichtigsten betrachtet werden, die jemals in den Ver-einigten Staaten erbaut wurde, sowohl in Bezug auf ihre Ausdehnung, als ihre Kosten. Indes; verspricht mansich zuversichtlich großen Nutzen davon für den Staat.
Die New-Orleans-Nashville-Eisenbahn ist die einzige in America, welche die New-Uork-Eric-Bahn inAusdehnung und Kosten übertrifft, weil selbige mehr als 500 englische Meilen lang ist in einer ununterbrochenenLinie zwischen New-Orleans und Nashville, in Tenessee. Man hofft, diese Bahn werde bis Charleston, inSüd-Carolina, fortgesetzt werden.
(Die Bahn zwischen Charleston und Augusta wird den geneigten Lesern unserer Beiträge zum practischenEisenbahnbau noch als diejenige im Gedächtnis zurückgeblieben sehn, welche, nach der Schnellbaumcthode zuerstausgeführt, die wenigsten Kosten verursachte, und wo man später die Erde nach und nach zwischen den Pfählenvermittelst Locomotiven anschüttete. Zu jener Zeit war aber die Dampfmaschine noch nicht bekannt, und gewöhn-liche Kunstrammen wurden zum Einrammen der Pfähle benutzt. Hätte mau diese damals schon gekannt, würdederen Bau noch bedeutend weniger gekostet haben. A. W. Beyse.)
Wenn die New-Orleans-Nashville-Bahn wirklich ausgesührt wird, so entsteht eine ununterbrochene Eisen-bahn von Bangor, Maine, nach New-Orleans, Louisiana via Portland, Boston, Providcnce, New-Uork,Philadelphia, Baltimore, Washington City re., die durch Dampfschiffe ergänzt wird, und mehr als 2000 englischeMeilen lang ist. Dieser Weg wird in 5 bis 6 Tagen zurückgelegt werden. Früher, bevor diese beiden mächtigenCommunicatiousmittel einander unterstützten, mußte man 25 bis 30 Tage Zeit verschwenden, um das Brieffelleiscnvon einem der äussersten Enden dieser Linie zum andern zu befördern. Auf der New-Orleans-Nashville-Eisen-bahn wurde diese viel Arbeit und Zeit ersparende Maschine mit triumphirendem Erfolge zum Bau benutzt, sowie dies in dem nachfolgenden Briefe von Capitän C. W. Hugher, topographischem Ingenieur der VereinigtenStaaten--Armee, angegeben ist.
Folgendes ist der Bericht des Herrn Stewart, welcher durch Herrn Miller bestätigt wird.
Die Eisenbahnlinie von Binghamtou nach Holmesvillc durchkreuzt die Thäler des Susquehanna-, desChemuny- und des Canisteoflusses beinahe in der ganzen Länge. Die gleichförmige und ebene Oberfläche dieserThäler ist sehr geeignet, eine Pfahleisenbahn zu construiren, weil diese Oberfläche sich so nahe der Gradationdes Gefälles der Bahn anschließt, daß sie nur eine verhältnismäßig geringe Menge von Auftrag und Abtragdarbictet.
(Diese Bemerkung führt uns zur Betrachtung jenes Terrains, was sich besonders zur Pfahlconstructioireignet, nämlich Mecklenburg, Oldenburg, Pommern, Ostpreußen und Wcstpreußen, wo in den Wäldern, diejetzt beinahe gar keinen Ertrag liefern, in den entwässerten Sümpfen durch Anlage von Pfahlcisenbahnen nochmanches gute Stück Land urbar gemacht werden könnte, um der Bevölkerung zu ihrer Ausdehnung größer»Spielraum zu geben. Viele andere Ebenen in Deutschland und anderen europäischen Contincntal-Ländern bietendasselbe Verhältnis dar, und die Regierungen werden gewiß in kurzer Zeit durch Anlage solcher Bahnen mitGarantie von 3 bis 3'/,. Procent oder 4 Procent Zinsen ihren Völkern die bezeichneten Vortheile zuwenden,und sie dadurch von Mängeln befreien, die den freien Aufschwung des Handels und der Gewerbe hindern, unddoch den Staatskassen wenig Einkommen bringen, weil die Selbstverwaltung alles wcgnimmt, was die Privat-Jndustrie ersparen kann, wenn sie von tüchtigen Händen geleitet wird. A. W. Beyse.)