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Beschreibung des Eisenbahnbaues auf Pfählen nach dem Schnellbausystem in America, dessen Bauzeit und Kosten im Vergleich mit der bis jetzt in Europa befolgten Bauweise sehr geringe sind : nebst Bemerkungen über Eisenbahnen in Europa, verglichen mit jenen in America
Entstehung
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wir den Quay (Pier) deS Endes dieser unserer Bahn bauten, waren wir genöthigt, eine Eisenbahn für denTransport der Materialien zn bauen, welches wir dadurch bewerkstelligten, daß wir die Pfahlrcihen ^ englischeMeilen lang in den Hudsonfluß einrammten. Das Flußbett fiel hier 14'/? Fuß, die Wassertiefe war bei Hoch-Fluth 9 Fuß, und die Pfähle mußten 40 Fuß lang seyn. Jeder Pfahl kostete einen Dollar einzurammen.(Wie viel möchte er wohl bei der gewöhnlichen Rammmethode mit Menschen gekostet haben,? Wenigstens drei-oder viermal so viel! A. W. Beyse.)

Unsere Eiscnbahngesellschaft hat nun verschiedene Maschinen im Gange, und baut 200 englische Meilen nachdiesem Systeme (circa 43 deutsche Meilen).

Dieses System, die Pfähle als Fundament der Eisenbahnen zu benützen, ist sehr ökonomisch für sumpfigenund andern weichen Boden, und wenn cs gehörig ausgcführt wird, entsteht eine sehr solide Bahn, welche wederdurch Frost leidet, noch durch tiefen Schnee unpraeticabel wird. Wo keine großen Steine im Boden Vorkommen,entsteht keine Schwierigkeit, die Pfähle lothrecht in der Linie einzurammen. Die Sägen arbeiten sehr genau,und nur wenig Arbeit mit Art, Meißel und Hobel ist erforderlich, die Köpfe der Pfähle in das richtige Gefälleder Eisenbahnschienen zu bringen, d. h. in die gehörige Neigung, welche durch das Nivellement bestimmtworden ist.

Zum Eiurammcn der Pfähle für Häfen, Schleußen oder andere Fundamentirungen, wo eine große Beweg-lichkeit der Maschine erfordert wird, müßten solche so eingerichtet werden, daß sie immer nur eine Reihe ein-rammcn. Sollten Sie wünschen, den Oberbau unserer Bahn über den Pfählen einzusehen, so bemühen Sie sichgefälligst in das Gcschäftslocal der Gesellschaft, Nr. 34 Wall-Street, New-Uork, wo der Secretär Ihnen dasModell vorzcigen wird.

Ich sende Ihnen gleichzeitig ein Empfehlungsschreiben an Herrn Miller, Oberingcnieur unserer Bahn,welchem Sie dieses Schreiben ebenfalls zeigen können, und der Ihnen ohne Zweifel alle nöthige Auskunftgeben wird, die Sie verlangen.

Ich bin, theurer Herr, hochachtungsvoll Ihr gehorsamer Diener.

(Gez.) H. C. Seymour,

Divisionöingenieur der lV Abtheilung der New-Uork- und Eric-Eisenbahn.

Ich bestätige obiges Schreiben.

(Gez.) S. S. Post,

Der Rcsidentingenieur der Nockland - Eisenbahngesellschaft.

Das Obige ist eine treue Copie des Originals.

Johann W. Cochran.

New-Uork, den 30. März 184l.

(Der Herr Obrist Joseph Cowdin, Nr. 51 Wcymouth - Street, Portland - Place, Regent-Park, London,welcher diese Maschine von America nach England brachte, beehrte mich mit seiner Freundschaft, und ich hatteGelegenheit, die Wirkung der Maschine im Großen, und Zeichnungen und Modelle zu verschiedenen Arten derselbengenau kennen zu lernen. Auch wollten wir die Patente in Deutschland nachsuchen, aber durch die voreiligeBekanntmachung des Planes der Maschine in den englischen Zeitungen ging das Eigenthum desselben verloren.Es kam später, im Laufe des vorigen Winters, d. h. im Februar, ein anderer Nordamericauer nach London, undes wurde beschlossen, ganze Contracte von'Eiscubahnstrecken mit mir gemeinschaftlich in Deutschland zu über-nehmen, und zu diesem Zwecke noch mehrere Maschinen bauen zu lassen, deren Kosten sich für jede auf 6 bis700 Pfund Sterling belaufen. Diejenigen Eisenbahngesellschaftcn, welche dieses System anwcndcn wollen, ersucheich höslichst, sich gütigst in frankirten Briefen an mich zu wenden, damit ich meine Freunde in England undAmerica davon zeitig benachrichtigen könne, dasselbe gilt von Canälen, Schleußen, Brücken rc. Die Herren sindauch Eigcnthümer von Dampf-Erdförderungsmaschincn. Es wäre wünschenswertst, die ersten Muster dieser Ma-schinen aus England selbst zu beziehen, weil die ersten, in Deutschland nachgcmachten vielleicht nicht so vollkommenausfallen, und dadurch der Sache selbst schaden möchten. Der Ban einer guten Rammmaschine dieser Art, welchevöllige Wirkung äußert, erfordert eben solche Sorgfalt, als der Bau einer guten Loromotive. A. W. Beyse.)