In den viesen und trefflichen Schriften, welcheden Wein als Getränk oder Heilmittel abhandeln, mußes daher jeden Kenner befremden, bey der Classificationder einzelnen Arten derselben, den Moselwein im All-gemeinen theils nur obenhin berührt, thcils geradezuunter die schlechteren und schlechtesten Weine gerechnet,oder endlich gar übergangen zu sehen, da doch unend-lich viele bessere Sorten desselben, ungerechnet die gu-ten allgemeinen Eigenschaften, wodurch sie mit andernedlen Weinen wetteifern, ganz allein schon durch meh-rere Eigenthümlichkcitcn, die sie sehr vorthcilhaft aus-zciehnen, verdienen, ihren Rang unter den besserntcutschen Weinen einzunebmem
Daß cs im Allgemeinen sehr schwierig sey, voneinem Weine zu reden, der in einer ausgcbrcitctcn Ge-gend wachst, fällt von selbst in die Augen, wenn mandie Verschiedenheit des Bodens, der Lage desselben ge-gen die Sonne, der Tranbengattnngcn, des Anbau'sund der Behandlung der Weinberge, Reben, Traubenund ihres Mostes betrachtet, welches Alles den größtenEinfluß ans den daraus gewonnenen Wein haben muß.Am meisten aber bestimmt die Witterung des Jahresdie Güte des Weines, wodurch denn eigentlich jederJahrgang seine besondere Bedeutung in seinen Eigen-tümlichkeiten erhalt, durch welche er sich von den frü-hern Jahrgängen manchmal so sehr unterscheidet, daßman öfters den mitcss gleichen übrigen Verhältnissenans denselben Weinbergen erzogenen Wein nicht wiedererkennt. Hiervon hängt cS denn auch ab, daß in man-chen Jahren in sonst gewöhnlich sehr schlechten LagenWeine gewonnen werden, welche den in den besten ge-wachsenen von demselben Jahrgange an die Seite ge-