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Motive vergröbert (Tafel 31), erstehen sie unter der Hand desb uldaer Dekorationskünstlers Pozzo 1 2 (Tafel 32) zu neuem reiz-vollen Leben, durch die zierliche Eleganz ihrer Formen zurRokokoperiode überleitend.
Ein ähnlicher, wenn auch weniger deutlich zutage tretenderEntwicklungsgang lässt sich im Ornament der Steinplastik be-obachten. In den wenigen Schmuckteilen des Residenzbaues(Giebelfeld, Zwickelfüllung und Fenstersturz) kommt lediglich dievolle Akanthusranke zur Verwendung. In Pommersfelden (Posta-mentfüllungen im Stiegenhaus) (Tafel 20) tritt sie fast ganz zuGunsten des neuen Bandstils zurück.
In die Zwischenzeit nun dürfte die Dekorationsweise (Tafel26) des Prellhauses fallen: einerseits eine ausgiebige Verwendungdes Akanthusblatts, andererseits aber schon das ausgebildeteBandwerk an den Sohlbänken der Fenster. Manche Elementeseiner reicheren Art sind bereits vorgebildet im Residenzbau:ich erinnere nur an die Form der Fenstergewände, die ihreVorstufe in den Thürgehäusen des hinteren Residenzflügels (Tafel11) haben dürfte; ein Vergleich der beiden Formen zeigt, inwelcher Weise sich der Fortschritt zu grösserer Eleganz ent-wickelt hat. Auch die charakteristische untere Endigung ineiner aufgerollten Ranke lässt sich noch vereinzelt am Prell-haus nachweisen.- Die Verwendung der Büsten und Putti alsFensteraufsätze, erinnert an die gleiche Verzierungsweise amPommersfeldener Schloss.
Die Grundrissgestaltung (Abb. 28) 3 hatte mit dergeringen Tiefe des zur Verfügung stehenden Raumes zu rech-nen. Die in schiefem Winkel abgehende Gasse zum Stephans-berg machte das Zurücksetzen eines Teiles der Fapade um dieBreite eines Fensters notwendig. Dieser schmalere Teil enthältausser einigen unbedeutenden Zimmern das reich stuckierteTreppenhaus, dessen viereckiger offener Kern bis unter das
1 Ein sonst unbekannter Meister Pozzo wird als Verfertiger derStuckaturarbeiten in der Orangerie genannt, s. G u r 1 i 11 1. c. S. 336.
2 Ein auch sonst vorkommendes Motiv z. B. Bamberg, Hauptmarkt Nr.14 (Eaulino-Micheh.
3 Der beigegebene Grundriss des ersten Stocks ist verkleinert nach einerAufnahme des Herrn Architekten Martin in Bamberg, der mir in freund-licher Weise den Plan zur Verfügung stellte.
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