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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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mit der Erbauung des linken Teiles 1 begonnen, dessenVollendung am 22. November 1716 in der üblichen Weise ge-feiert werden konnte. Während man dort noch mit dem Roh-bau beschäftigt war, waren im rechten Teile des Schlosses dieAusstattungsarbeiten schon im vollen Gang; 2 es waren einTapezierer aus Frankfurt, ein Schreiner aus Bamberg und derStuckateur Schenk, mit dem man auch schon wegen Ausschmück-ung des grossen Saales verhandelte, fleissig am Werk.

In der zweiten Hälfte des Jahres 1716 beginnt der erwähnteHofmaler Gebhardt seine Arbeit im Treppenhaus: die braun inbraun gemalten minderwertigen Fresken mit den Thaten desHerkules. Gleichzeitig mit ihm malten am Plafond des Treppen-hauses der Schweizer Rudolf Byss und der Italiener Marchini. 3Ihre Thätigkeit war bis Ende September im grossen und ganzenabgeschlossen. Auch Rottmeyer von Rosenbrunn, der Verfer-tiger des Saalfreskos, war bereits anwesend.

Indessen schritten auch die Bauarbeiten rüstig fort. Am 6.April 1717 wurde «die Legung des ersteren steines an demzweyten gebäu zu Ponnnersfelden ganz wohl und allerseihtsvergnüglich» gefeiert bei einer wohlbesetzten Mittagstafel, 4 zuder auch der Baumeister Dientzenhofer zugezogen wurde. Eshandelt sich hierbei um Erbauung der dem Hauptgebäude gegen-überliegenden S t a 11 u n g s g e b ä u d e. 5 Man scheint daran

1 Am 16. April 1715 ist vom linken Eckpavillon das «Fuessgesimbsund Ein quater daraufgesetzt». Am 28. Juni war der Bau bis zur Fensterbankdes 2. Stockwerks geführt. Vom Flügel waren damals nur das Fundamentausgegraben, während der vordere Pavillon noch gar nicht begonnen war.

* Am 16. April 1715 werden die Solenhofener Steinhauer entlassen,nachdem sie die Platten in die Gallerie gelegt hatten.

3 Schreiben vom 26. Juni 1717 «ferner vernehmen wir sehr gerndass die Arbeit der stiege zimlich avanciret und der Byss und marchinidie Hoffnung machen, selbe innerhalb 8 Monate oder vielleicht noch ehen-der in völlig standt zu setzen.» — Marchinis Hauptwerk ist die Ausschmück-ung des Bruchsaler Schlosses. (Siehe: J. Wille. Bruchsal. 2. Aufl. Heidelberg1900, S. 58.)

4 Ergötzlich ist der Bericht hierüber:. Nach vollendetem

mittagmahl und da der wein die geister etwas ermuntert hatte, bekamder Boxpfeiffer auch seine arbeith; und lauffete alles gar wohl ab, ausserdass der von Gaalen, den der wein auf die erde hat fallen lassen den andernmorgen mit einem blauen aug nach haus reiten müssen (Brief vom 9.April 1717).

3 Heller 1. c. bezieht diese Nachricht irrtümlicher Weise auf «denlinken Seitenflügel», der wie wir sahen, bereits im Nov. 1716 vollendet war.