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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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Schloss bau 1 nach den Grundrissen No. 1. — 2. — 3.undt Auftrag No. 4, so von sr. churf. gnaden gndst beliebetund unterschrieben worden sub dato 1. Septembre 1711.»

Mit diesen Worten beginnt ein im Pommersfeldener Archivverwahrter Originalkontrakt. In klarer Weise wird durch den-selben die seither viel umstrittene Frage nach dem Baumeisterdes Pommersfeldener Schlosses beantwortet; alle früheren Zu-schreibungen - an den Würzburger Oberingenieur BalthasarNeumann oder an den Bambergen Jesuitenpater Nie. Loyson,dessen Pläne von Joh. Leonh. Dientzenhofer ausgeführt seinsollten, werden hierdurch als unrichtig erwiesen.

Johann Dientzenhofer, der geniale Erbauer des FuldaerDomes, ist auch der Schöpfer der gewaltigen PommersfeldenerSchlossanlage; seinem Erstlingswerke reihte sich in unmittel-barer Folge seine künstlerisch reifste Leistung an. Erst durchdie Richtigstellung dieser Thalsache wird es möglich, denMeister nach seinen künstlerischen Fähigkeiten gerecht zu be-urteilen und seine hohe Bedeutung für den Entwicklungsgangder fränkischen Architektur zu erkennen. — Mit dem Pommers-feldener Schloss hat die Bamberger Baukunst ihren Höhepunkterreicht. Aus unfreien Anfängen hatte sie sich noch unterJohann Leonhard zu einer gewissen Selbständigkeit durchge-rungen; unter Johann Dientzenhofer gelangt sie auch in künst-lerischer Beziehung zu einer führenden Stellung : Das Pommers-feldener Schloss wird das Vorbild, an dem sich die folgendeArchitektengeneration Anregung erholt. Freilich treten in diesemWerk zugleich auch die Grenzen für Dientzenhofers Leistungs-

1 Es muss fraglich bleiben, ob der beigegebene Grundriss des 3.Stockwerkes (Abb. 22) Nr. 3 (Sammlung Dros) eine Originalzeichnung D ’s.ist. Der Kurfürst Lothar Franz liess nämlich im Jahre 1723 nachträglichdurch den Stuckateur Hennicke eine Aufnahme des Schlosses anfertigen.Bei den Akten ist kein Riss mehr erhalten; auch das ehedem vorhandeneModell scheint vernichtet zu sein.

- Heller 1. c. schreibt die Risse dem Joh. Leonh. zu, während an derAusführung beide Brüder gemeinschaftlich beteiligt gewesen seien. Das istunmöglich; denn Johann Leonhard starb schon 4 Jahre vor Beginn desSchlossbaues, zu einer Zeit, da Pommersfelden noch im Besitze des Truch-sess von Pommersfelden war; erst 1710 ging dasselbe durch Erbschaft andie Grafen von Schönborn über. — Nur die neueste Untersuchung vonSchmerber (1. c. ,S. 22) weist den Bau vermutungsweise dem Joh. D. zu.