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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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den italienischen Vorbildern fast stets beibehaltene, freie, aus-gleichende Raum über den Fenstern; an dessen Stelle tritteine Häufung der Ziermotive im oberen Teil, die in unausge-glichenem Gegensatz zu der einfach gehaltenen Sockelbildungdes einzelnen Geschosses steht. Zudem ist das Fensterbrett-profil auch an den Seitenwänden weitergeführt, sodass eine dieschwachen Pilaster in ihrem unteren Teile durchschneidendefortlaufende Linie entsteht, — ein Uebelstand, der nur imvierten Geschoss des Pavillonbaues durch, bis zur Höhe diesesGesimses aufgeführte, verkröpfte Postamente überwunden ist.

So ergibt die Detailbetrachtung, dass das Pilastermotivganz äusserlich, d.. h. ohne tektonische Funktion lediglich alsDekoration verwendet ist. Aber auch als solche ist es nichtgerade glücklich durchgeführt. Die ängstliche, jeden freien Raumvermeidende Umgrenzung der Fensterstöcke verleiht der Fa-pade etwas Kleinliches, Befangenes. Bei der mächtigen Aus-dehnung der Gebäudeflucht muss daher dieses Gliederungs-system, das an der gut zusammengefass.ten Pavillonschmal-seite noch ausreichend ist, notwendig den Eindruck der Mono-tonie und Kraftlosigkeit hervorrufen. Daran können auch diedrei einfachen Portalbildungen nichts ändern.

Dientzenhofer hatte eben, wie wir bereits beim EbracherEntwurf gesehen haben, keine Empfindung für die ermüdendeWirkung der zu often Wiederholung eines schon an sich nichtbedeutenden Motivs. Die Details sind in allen Einzelheitenkorrekt und sauber durchgeführt, aber sie vermögen nichtdarüber hinweg zu täuschen, dass das Ganze doch nur einefleissige, äusserliche Zusammensetzung guter Vorbilder ist, derdeshalb eben auch die Frische der Originalität mangelt.

So erfreulich an sich in einer Zeit der extrem barockenBaurichtung das Zurückgehen auf die strenge Renaissance-architektur genannt werden muss, so bezeichnend der Resi-denzbau für die gewissenhafte Art ist, mit der handwerks-mässig gebildete deutsche Baumeister den grossen Vorbilderngerecht zu werden suchten: auf die Entwicklung der Archi-tektur im 18. Jahrhundert blieb die Dientzenhofer’sche Schöpf-ung ohne jeden Einfluss. Künstlich, vielleicht durch anti-quarische Liebhabereien des Erbauers hervorgerufen, ober-