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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
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zugebracht, aber doch schon zu Beginn des Jahres 1704, am15. Januar, konnte die erste Gesammt- Abrechnung des Bau-meisters entgegengenommen werden, die sich auf 45 006 fl. 37 xbelief. Eine «gründliche Abrechnung» erfolgte erst am 9. No-vember 1707, also kurz vor dem Tode D.’s.

Mit diesem Datum schliesst die baugeschichtliche Dar-stellung, durch welche der aktenmässige Beleg für die anfangsaufgeslellte Behauptung erbracht werden sollte.

Mit Bticksicht auf die technische Ausführbarkeit wurdebereits der Gedanke an eine den Dom umfassende Riesenanlagezurückgewiesen.

Aesthetische Erwägungen lassen auch die beiden anderenmöglichen Varianten der symmetrischen Anlage 1 höchst proble-matisch erscheinen. Denn dieselbe hat nur dann ihre Berech-tigung, wenn sie auch wirklich mit dem Mittelpunkt, dem Dom,in architektonische Verbindung gebracht werden kann. Aufdieses Ziel scheint man aber von Anfang an verzichtet zu haben,denn die beiden Achsenlinien der Gebäude divergieren in er-heblicher Weise, und eine Wiederholung der heutigen Anlagenach Westen hin hätte diesen Fehler nur um so störender indie Erscheinung treten lassen. Noch weniger lässt sich an-nehmen, dass Lothar Franz je an einen Ausbau, wie ihn Küchelin Vorschlag brachte, gedacht hätte. Wir brauchen uns nur zuvergegenwärtigen,'dass unmittelbar vor das Hauptportal des Domsder mächtige Pavillon zu stehen gekommen wäre, um uns vonder architektonischen Ungeheuerlichkeit derartiger Projekte zuüberzeugen. Das Bestreben der Architektur jener Zeit geht beigrossen einheitlichen Aufgaben stets auf ein geschlossenes Ge-sammtbild ; diesem Grundsatz spricht aber der Küchel’sche Ent-wurf direkt Hohn, nach welchem die Wirkung von Domwest-chor und westlichem Residenzpavillon wechselseitig zerstört undeine unschöne Häufung der Baumässen herbeigeführt wordenwäre.

Der Bau der Residenz, wie sie heute steht, war von Anfangan ohne Bezugnahme auf den Dom gedacht; das beweist der

1 Vergleiche die Skizze Abb. 14, in ■welcher die verschiedenen Mög-lichkeiten eingezcichnet sind.