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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Waldsasseil die baulichen Veränderungen noch in erster Liniedurch die praktischen Bedürfnisse des in schlimmster Ver-wahrlosung darniederliegenden Klosters hervorgerufen worden,so hat wohl in Ebrach mehr die erstarkende Sucht nach Pracht-entfaltung die Veranlassung zu dem Neubau gegeben. Dennauch die Mönche im stillen Waldthal hatten sich, nachdem ein-mal die alte zur Einfachheit mahnende Ordensregel vergessenwar, der repräsentationsfreudigen Zeitströmung nicht zu ver-schliessen vermocht, die in der Architektur ein Mittel zu mög-lichst glanzvollem Ausdruck der Macht und des Reichtums desErbauers erblickte. In diesem zielbewussten Streben hatte sichdas Kapitel unter dem energischen Abt Ludovicus Ludovici zudem bedeutsamen Entschlüsse zusammengefunden, das Kloster,das sich noch in ganz gutem baulichen Zustand befand, den-noch von Grund auf neu und einheitlich umzugestalten.

So wenig Tragweite man diesen Thatsachen an sich beider abgeschlossenen Lage des Klosters beimessen mag, siehaben doch die Bedeutung, dass durch sie der hohe Aufschwungeingeleitet wurde, den die Baukunst im Frankenland um dieWende des 17. Jahrhunderts nehmen sollte. Als erste wahr-haft grosse Leistung bot der Klosterbau dem Bauhandwerkerwünschte Gelegenheit zur Schulung seiner Fähigkeiten; undist es denn nicht auch wahrscheinlich, dass derselbe die nächsteUrsache bildete zur Uebersiedelung eines der nachmals tüch-tigsten Baumeister nach Bamberg?

Damals allerdings w T ar Joh. Leonhard Dientzenhofer nochein unbekannter Maurerpalier beim Klosterbau in Waldsassen.Ein Empfehlungsschreiben des dortigen Priors an den EbracherAbt mag ihn aus dieser Verborgenheit emporgezogen und ihmdas nicht unbedeutende Amt in Ebrach verschafft haben, dessenBesetzung mit einem selbständig noch nicht erprobten Meisterum so weniger auffallen kann, als gewiss damals in Ebrach —wie fast in allen Klöstern — auch nach dem Uebergang desBauwesens in Laienhände, noch ein oder der andere bauver-ständige Conventuale sich befand, welcher dem Baumeisterleitend mit Rat und That zur Seite stehen konnte.

Es war ja auch keine so hohe künstlerische Anforderung,die an den Baumeister des Ebracher Conventbaues gestellt