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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Schulmässiges steckt, das sich namentlich auch in der gering-wertigen nüchternen Ausführung zeigt, so äussert sich dochin der folgerichtigen, strengen Durchführung des einmal an-genommenen Grundgedankens eine für den einfachen Maurer-meister höchst erstaunliche Fähigkeit und Selbständigkeit, derauch die Anlehnung an fremde Vorbilder in den äusserenFormen (das Zwiebeldach der Türme ist vorgebildet beiLeuthner, Tafel 53) keinen Abbruch thut.

Dass die gegebene Anregung auch lebensfähig war, beweistdie Thatsache, dass Balthasar Neumann in seinen Entwürfen fürdie Bu r gw i n dhei m er Wallfahrtskirche' (Abb. 2) denDientzenhofer’schen Gedanken wieder aufnahm. Die Grundformdes Dreipasses, dessen Einwölbung ungelöste Schwierigkeitenbot, wurde zu Gunsten der entwicklungsfähigeren Vierconchen-anlage mit Vierungskuppel aufgegeben. Die in Waldsassendominierenden Türme schwinden zu niedrigeren Treppentürmchenzusammen und überlassen den mächtigen Kuppeln die Haupt-wirkung; reichliche Lichtöffnungen sollen der hohen Obermauerihre lastende Schwere benehmen. Der niedrige Umgang ist bei-behalten, doch sind in charakteristischer Weise die breitgelagertenOvalfenster durch hochstehende Fensteröffnungen ersetzt, einean sich geringfügige Aenderung, die aber dem gewissermassenals Sockelgeschoss dienenden Umlauf viel mehr Straffheit undFestigkeit verleiht. — Eine Datierung dieser nie zur Ausführunggelangten Burgwindheimer Pläne lässt sich nicht mit Sicherheitgewinnen. Aller Wahrscheinlichkeit nach sind sie in der Zeitentstanden, in welcher Neumann für das Kloster Ebrach thätigwar, also ca. 1716. Demnach hätten wir eine bauliche Leistungvor uns, die ungefähr ein Menschenalter nach den schlichten

1 Die Pläne befinden sich auf der Würzburger Universitätsbibliothek(del. Ebrac), zusammengeheftet mit den Ebracher Grundrissen. Da Gurlitta. a. 0. S. 622 diese letzteren alle als von Job. Leonli. Dientzenhoferstammend bezeichnet, muss erfolgerichtig auch die Burgwindheimer Plänediesem Meister zuschreiben. Wir werden aber nacliweisen, dass ein Teilder Ebracher Grundrisse von Neumann angefertigt ist; und mit diesenstimmen, was zeichnerische Ausführung anlangt, die Burgwindheimer Ent-würfe zum grossen Teil überein. Ausserdem weisen auch die handschrift-lichen Bemerkungen auf den Blättern auf Neumann hin.