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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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rede sagt. Von besonderem Interesse sind darin die mannich-fachen, zum Teil sehr originellen Versuche, in denen er sichbemüht, das Problem der Centralanlage in Kirchen- und Pro-fanbau zu lösen. Er erscheint darin als direkter Vorläufer desMeisters, der die Kühnheit hatte, diese theoretischen Versucheauch in die Praxis überzuleiten, seines Paliers beim Wald-sassener Klosterbau: Georg Dientzenhofer. 1

In der Waldsassener Dreifaltigkeitskapelle (1685—89) 2macht Dientzenhofer den interessanten Versuch, das alte Pro-blem der Wallfahrtskirche in neuer origineller Weise zulösen. Der hl. Dreifaltigkeit sollte die Kirche geweiht werden;vielleicht unter dem Einfluss der Geistlichkeit suchte der Bau-meister dieser Bestimmung schon im Aeusseren Ausdruck zuverleihen: das Symbol der Dreieinigkeit, das gleichseitigeDreieck, ist der Grundrissbildung als Kern zu Grunde gelegt,und in gewissenhafter Weise ist die Dreizahl auch sonst alsNorm festgehalten. In den drei zusammenstossenden Ecken derConchen erheben sich drei Rundtürme, drei Dachreiter be-zeichnen den Mittelpunkt der Conchengewölbe, je drei Haupt-fenster durchbrechen die Obermauern der Apsiden; der niedereäussere Umgang folgt der Disposition des Kerns. Wenn indieser ganzen Anordnung auch noch etwas Aengstliches,

1 Ich folge im Text den Ausführungen Binhacks, der seine Nach-richten einer am Ende des 18. Jahrhunderts erschienenen Chronik ent-nommen hat; «die Rechnungen fehlen». Bei der bekannten Unsicherheitaller Quellen aus dieser Zeit kann ich mich aber des Eindrucks nicht er-wehren, als ob hier dem G. Dientzenhofer die Urheberschaft an einemWerke zugeschrieben würde, dessen Bau er thatsächlich nur als Palierund Maurermeister geleitet hat. Während der ganzen Zeit des Baues der«Kappel» war nämlich der eigentliche «Baumeister» des Klosters: Abra-ham Leuthncr, der bewährte Architekt. Soll man nun wirklich dem Paliervor seinem Meister den Auftrag erteilt haben ? Vermutlich liegt dem Be-richt des Chronisten eine ähnliche Notiz zugrunde, wie sie gelegentlichder Grundsteinlegung der Klosterkirche 11685) bemerkt ist: der Slaurer-meister D. und d. Zimmermeister Schenkl bekommen bei dieser Gelegenheit20 resp. 18 fl. Eine solche Bemerkung musste natürlich den Chronistenbei dem Pehlen detaillierter Baurechnungen auf den Gedanken bringen,dass D. auch die Pläne entworfen habe, während sie mit grösserer Wahr-scheinlichkeit von dem Hauptarchitekten des Klosters Abraham Leutlinerherrühren, der als solcher für die Entwürfe eigens honoriert war und des-halb bei der Grundsteinlegung auch kein Geschenk bekam.

2 Vergl. den Grundriss bei Gurlitt, 1. c. S. 199, und Schmerber, 1. c.8. 10, wo auch die Aussenansicht gegeben ist.