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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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gestellt, dass man dort erst 1690 zu bauen begann. So möchteich die andere Vermutung äussern, dass der älteste Dientzen-hofer, der zum ersten Male zusammen mit dem 1682 neube-rirfenen Baumeister Leuthner genannt wird, eben mit diesemvon Prag, wohin er vielleicht auf der Wanderschaft gelangtwar, nach W. übersiedelte. Für die Frage nach den Vorbildern,welche zunächst auf seine Ausbildung von Einfluss sein konnten,sind beide Möglichkeiten gleichbedeutend. Denn sowohl inBayern wie in Prag waren zu jener Zeit die tonangebendenArchitekten italienische Meister.

Schon aber regte sich in den untergeordneten deutschenMeistern des Maurer- und Bauhandwerks, die in der italie-nischen Schule zu einer gewissen Formensicherheit gelangtwaren, hin und wieder das Bestreben, eigene Wege zu gehen;das erwachende Bewusstsein, es den «Wälschen» gleichthunzu können, liess sie zu neuen selbständigen Lösungen der auf-gegriffenen Probleme gelangen. Diese'Versuche förderten zwarzunächst noch unreife Leistungen zutage; aber sie führten —und darin hegt ihre Bedeutung — der auf fremdem Boden all-mählich alternden italienischen Kunst neue Lebenskraft zu undlegten den Grund zu dem erneuten Aufblühen der deutschenBaukunst in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. In dem Kon-kurrenzkampf der beiden Elemente, der nun begann, gewanndie jugendliche Kraft der deutschen Meister mehr und mehrdie Oberhand. Aber es dauerte noch eine geraume Zeit, bisaus den alten Schulformen ein charakteristisch deutscher Ba-rockstil sich ausbilden konnte.

Am Anfang dieser Bewegung steht der genannte PragerBaumeister Abraham Leuthner von Grundt (f 1690?). In demeinzigen ausgeführten Bau, den wir bis jetzt von ihm kennen,dem Kirchen- und Klosterbau zu Waldsassen (Tafel 1) ister zwar noch vollkommen in der alten Weise befangen;die bei den Jesuitenkirchen vielfach beliebte Grundrissdispositionhegt auch der in gewaltigen Dimensionen erbauten Kirche zu-grunde. Um so selbständiger zeigt er sich in dem schon er-wähnten, äusserlieh so unscheinbaren Tafel-Werk, das er1677 in Prag hatte erscheinen lassen, «aus rechten teutschenhertzen», «denen anfangenden zum besten», wie er in der Vor-