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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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aber es scheint fast, als ob dieser volltönende Titel ihn ent-schädigen sollte für die, auch nach damaligen Verhältnissen,sehr geringe Besoldung von nur 40 fl. im Jahr. So dürfteseine Stellung — er wurde dem Hofgesinde zugezählt, ohnejedoch die üblichen Naturalbezüge zu erhalten, — mehr dieeines Privatbauunternehmers gewesen sein, der auf den Nutzenangewiesen war, den ihm eine möglichst vorteilhafte Ueber-nahme der Ausführung bischöflicher Bauten einbrachte. Erwar nicht Beamter des Bischofs, — derselbe sicherte sich durchdie Bestallung nur seiner jeweilig präsenten Dienste, — wieetwa sein grosser Nachfolger Balthasar Neumann in Würzburg,und bekleidete auch nicht die ehrenvolle Vertrauensstellung, wiesie diesem Meister, seinem Range als Offizier gemäss, zukam.Sein Verkehr mit seinem Bauherrn war lediglich geschäftlicherArt: D. stellte einen Kostenvoranschlag; darauf folgte die

Prüfung von Seiten des Bischofs, die regelmässig damit endete,dass nicht unbedeutende Abstriche gemacht wurden. Nacheinigem Weigern ging dann der Baumeister gewöhnlich aufdie verminderte Summe ein. Er musste sich auch gefallenlassen, dass seine Arbeiten von anderen Personen (vereidigtenFeldmessern) nachgemessen wurden.

Mit dieser geschäftsmässigen Auffassung seiner Hofbau-meisterstellung steht es im Einklang, dass D. sich auch ander-weitig noch kaufmännisch zu bethätigen suchte. Wirerfahren, dass er sich im Januar 1699 das Privilegium deskurbayerischen Salzhandels für Bamberg und Forchheim gegeneine jährliche Abgabe von 500 fl. übertragen liess. 1 Esgeschah dies im vollkommenen Einverständnis mit der fürst-lichen Kammer, die ihm «zur Fournirung» seines Salzhandelsauf Jahr und Tag ein Kapital von «4000 Reichsthalern gegenVerinteressierung als 6 pro cento» verabfolgte. •—

1 Dieser Handel rentierte nicht; bereits nach 2 Jahren, 10. Mai 1701,beklagt sich D. in einem Schreiben, dass er bei Innehaltung der kontrakt-lich bedungenen 500 fl. Paclitsumnie bereits eine Einbusse von 685 fl.54 kr. erleiden müsste und bittet um Aufhebung des Kontrakts. Darauferfolgt zunächst eine ziemlich scharfe Abweisung von Seite des Fürst-bischofs Lothar Franz: «indem bekannt ist, dass sich derselbe gleichsahmin sothanen liandel mit Ausschliessung ein und anderer Bürger Selbstengetrungen.» Später wird ihm aber doch noch ein Nachlass von 385 fl. gewährt.