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Eine Bamberger Baumeisterfamilie um die Wende des 17. Jahrhunderts : Ein Beitrag zur Geschichte der Dientzenhofer
Entstehung
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Die Thatsache seiner Uebersiedelung bestätigen auch die Ein-träge in den entsprechenden Kirchenbüchern: während nochsein erstes Kind, eine Tochter mit Namen Anna Barbara, alsam 26. Dezember 1685 getauft im Waldsassener Taufregisterverzeichnet ist, befindet sich seine zweite Tochter MariaMargaretha 1 (getauft am 20. Mai 1687) bereits unter denTäuflingen der Pfarrei St. Martin in Bamberg. Hieraus ergibtsich auch, dass Johann Leonhard nicht in Ebrach, wie man ver-muten sollte, sondern in Bamberg seinen Wohnsitz aufschlug.Dieser Umstand, zusammengehalten mit der Nachricht, dass ersich in der Ebracher Bauleitung durch seinen Schwager Cominada(einem sonst unbekannten Maurer) vertreten liess, legt denSchluss nahe, dass D. auch noch durch irgend welche andereThätigkeit an Bamberg gebunden wurde. Es ist nicht ausge-schlossen, dass er in ähnlicher Stellung wie sein Bruder Georgin Waldsassen beim Bau des schon erwähnten bischöflichenSchlosses Seehof beschäftigt war, das gerade damals nach denPlänen Petrini’s begonnen wurde. Bei dem gänzlichen Fehlennäherer archivalischer Nachrichten lässt sich vorerst Gewissesnicht darüber sagen. Jedenfalls aber ist um diese Zeitder damalige Bamberger Fürstbischof Marquard Sebastianvon Stauffenberg, dem der Name Dientzenhofer bereits vonWaldsassen her bekannt sein mochte, 2 auf den EbracherBaumeister aufmerksam geworden; eine Notiz in den Bam-berger Hofkammerrechnungen vom 11. Juli 1689 besagt, dassJoh. Leonhard D. «nacher Nürnberg das daselbsten stehenteBamberger Haus der Neunkirchnerhoff genannt, der Baunoth-wendigkeit halber zu besehen verschickt worden sei». Balddarauf, am 12. April 1690, erhält er durch hochfürstlichesDekret seine Bestallung als Hoch stiftsbaumeister. Mitgrosser Gewissenhaftigkeit wird er von nun an in den Aktenstets der «hochfürstlich bambergische Hofbaumeister» genannt;

1 Man könnte an dem ungenauen Eintrag: Pater: Linhardus Tinsten-liof, Mat.: Katharina, und der sonst nicht vorkommenden Schreibweise An-stand nehmen Die Zweifel beseitigt der Eintrag des Todesdatums dieserkleinen Tochter am 24. Juli 1687, die dort ftliola Linliardi Dienstenhofer ge-nannt ist.

2 Yergl. Anm. 2, S. 53.