Das Radfahren der Damen.
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darthun kann, ist auch mit ein Grund für die noch immerunter unfern Damen herrschende Abneigung gegen das Be-steigen des Rades.
Es ist die angewöhnte Abneigung gegen jede lebhafte Be-wegung überhaupt, in der Verbindung mit der Besorgnis,einmal dieser Bewegung, welche sich die Nichtfahrerin natür-lich noch bedeutend größer vorstellt, als sie ist, nicht gewachsenzu sein, dann aber auch die Furcht vor der anscheinendenGefährlichkeit des Radfahrens und des Gleichgewichthaltenszumal vor dem ersten Versuch; und doch wissen alle Damen,welche das Radfahren erlernten, mit wie spielender Leichtig-keit sie die anscheinend so schwierige Kunst erwarben und wiedie anscheinende Lebensgefahr des Gleichgewichthaltens sichals das leichteste Ding von der Welt entpuppte, welche sie inwenigen Stunden erfaßt hatten.
Allerdings ist die Scheu vor dem Rade in vielen Fällenbei der Frauenwelt weniger die Furcht vor der Gefahr oderder Kraftleistung; giebt es doch auch unter den jüngerenVertreterinnen des schönen Geschlechts sehr viele An-hängerinnen anderer Sportgattungen, welche sich vor einerMühe und Kraftleistung keineswegs fürchten.
Es giebt besonders unter der Aristokratie viele kühneReiterinnen, die mit dem wildesten Pferd fertig zu werdenwissen, die auf dem Eise stundenlang sich an der lebhaftestenBewegung erfreuen und die im Lawntennisspiel und dergl.ihre Meister suchen.
Aber auch sie bilden, wenigstens in Deutschland, ver-schwindende Ausnahmen, und wenn auch für die Schulmädchender Turnunterricht eingeführt und damit die Nützlichkeitgesunder Bewegung und Muskelübung öffentlich auch fürdas weibliche Geschlecht anerkannt wurde, wie wenige sindes doch, um nicht zu sagen gar keine, die noch nach ihremAustritt aus der Schule die heilsamen Hebungen fortsetzen,und wie gering ist andrerseits die Zahl derjenigen, denen esmöglich ist, dem gewiß auch für Damen recht gesunden Reit-sport zu huldigen.