Ankauf des Nades. Anleitung zum Erlernen des Radfahrens. 109
Dezember bis Februar, wenn die großen Ausstellungen inEngland und Frankreich, welche auch von allen bedeutenderendeutschen Fabrikanten besucht zu werden Pflegen, vorüberund die neuen Preislisten der Fahrrad-Industrie andie Händler zur Versendung gelangt sind. Man ist dannsicher, daß die neuen Modelle der Firmen keine nennenswerteAenderung erfahren für das ganze kommende Jahr.
Was die Marke anlangt, so ist es das klügste, einerFirma den Vorzug zu geben, welche ein festbegründetesRenommee besitzt.
Welchen Preis soll man anlegen, um ein gutes undverläßliches Fahrrad modernster Konstruktion mit Pneumatik-reifen zu erwerben? Die Preise sind außerordentlich ver-schieden und gehen von 180—500 Mk. Wenn nun derNeuling in einem wohlassortierten Fahrradlager die blitzendeReihe der nagelneuen Räder überschaut, so wird er zwischenden guten und mittelmäßigen Rädern gar keinen Unterschiedherausfinden und die billigen Maschinen werden ihm inihrer glänzenden Vernicklung und ihrem blanken Eniail genauso trefflich dünken als diejenigen, welche das Doppelte, jaDreifache kosten. Und dennoch find die billigen Maschinennicht zu empfehlen:
„Erwäge, daß, was gut, auch teuer:
Ein billig Rad ist nicht geheuer!"
So hübsch sie da anfangs aussehen, können sie an denärgsten Verlegenheiten schuld sein, zusammenbrechen in einemAugenblick, wo es auf ihre Verläßlichkeit am meisten ankommt,und schwere Unglücksfälle verursachen. Schließlich geben siezu endlosen Reparaturen Anlaß und werden dadurch vielteurer als erstklassige Fabrikate, welche im Ankauf mehrkosten.
Wenn man nicht direkt einem Schwindler in die Händefällt, was bei der guten und sorgfältigen Organisation derdeutschen Fahrrad-Industrie und der deutschen Fahrrad-händler, ihrer Vertreter, doch nur bei Maschinen zweiter