TV. Ausführung. Q. Speisepilze und giftige Schwämme. 403
Diejenigen Arten, welchen beim Brechen des Stiels oder Hutes(bei frischen, jungen Exemplaren besonders reichlich!) Milchsaftentfliesst, gehören zur Gattung Lactaria. Manche derselben sindessbar; es empfiehlt sich jedoch, nur den Reizker oder Blut-reizker ( Lactaria deh'ciosa) zu verwenden, einen ganz vorzüg-lichen Speisepilz, welcher durch einen charakteristischen orange-roten Milchsaft ausgezeichnet ist. Alle übrigen Arten sind mitweissem Milchsaft versehen und können mit dem Blutreizker ganzunmöglich verwechselt werden. Man lasse sie ganz weg, da sichunter ihnen einige giftige finden, die nicht leicht von den geniess-baren zu unterscheiden sind.
Von den milchsaftlosen Blätterschwämmen vermeide man alleArten, welche rot, blau oder grün gefärbt sind.
Ein ausgesprochen gelber Pilz ist der Pfefferling ( Gantha•rellus cibarius), welcher ausserordentlich leicht zu erkennen ist.Hut und Stiel sind gleichmässig gefärbt. Die Lamellen sind ziem-lich flach und verlaufen nicht stets gerade, sondern gehen oftin einander über. Ein besonders gutes Kennzeichen ist, dass sieam Stiel herablaufen. Der Geschmack ist gut, wenn auch nichtan den des Steinpilzes oder des Champignons heranreichend. Wasaber den Pfefferling auszeichnet, ist besonders der Umstand, dasser niemals Maden führt, selbst nicht, wenn er schon längere Zeitgelegen hat. Er ist deshalb einer der appetitlichsten Speisepilze.
Auch braun gefärbte Blätterschwämme sind geniessbar, dochsind sie kaum von Bedeutung.
Dagegen finden wir unter den weiss oder weiss-grau gefärbtenAyaricaceae zahlreiche geschätzte Speisepilze, von denen hier je-doch nur einer hervorgehoben werden soll, der Champignon(.Psalliota campestris). Er besitzt im entwickelten Zustand anseinem Stiel stets einen Ring und ist im Jugendzustand ausgezeich-net durch seine rosafarbenen Lamellen auf der Hutunterseite, welcheim Alter durch die ausfallenden Sporen dunkelbraun gefärbt werden.Er kann infolge dieser Merkmale mit keinem anderen Pilz ver-wechselt werden.
Erwähnt sei nur noch, dass alle Blätterpilze ohne Ring ge-niessbar sind. —
Diese kurze Übersicht über die wichtigsten essbaren Pilze, inwelcher die unterirdischen Pilze (z. B. die Trüffeln) weggelassenwurden, weil sie doch nur selten vom Sammler wahrgenommenwerden, sollte zeigen, wie leicht es im allgemeinen ist, die wich-
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