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Botanisch-mikroskopischer Teil.
Von grossem Vorteil wäre es, wenn die Kinder schon in derSchule auf die wichtigsten Speisepilze aufmerksam gemacht undangehalten würden, dieselben zu sammeln. Welchen Gewinn würdemanche Gregend dadurch erwerben! In vielen, besonders etwasgebirgigen Landschaften Deutschlands wäre es für einen Kennerein leichtes, im Verlauf von wenigen Stunden zu gewissen Zeiten10—20 Kilo von Steinpilzen zu sammeln, einen Pilz, dessen Wohl-geschmack nicht genug zu loben ist, der teuer bezahlt wird undder so ausserordentlich leicht zu erkennen ist.
Woher es kommt, dass man in manchen Gegenden Deutsch-lands Pilze überhaupt nicht geniesst, während sie in anderen wiedereifriger gesammelt werden, dürfte kaum erklärbar sein. In Süd-deutschland, wo die Gebirge an essbaren Pilzen unerschöpflich sind,ferner aber auch in Westfalen, wo die dichten Wälder grosseMengen von Schwämmen bergen, werden dieselben kaum vonjemand genossen, der nicht vorher von anderer Seite, vielleicht inanderen Gebieten Deutschlands, auf den Wohlgeschmack der Pilzeaufmerksam gemacht wurde. In Brandenburg und in Schlesienwerden dagegen schon einzelne Pilze, so vor allem Steinpilz undPfefferling, eifrig gesammelt, und für Berlin hat der letztere Pilz,der dort in grossen Mengen auf den Markt kommt, jetzt-schon dieBedeutung eines Volksnahrungsmittels.
In solchen Gebieten kann nun der Nahrangsmittelchemiker oftgenug in die Lage kommen, dass er entscheiden soll, ob ein Pilzessbar oder giftig ist. Und in den meisten Fällen wird er leidernicht in der Lage sein, selbständig ein sicheres Urteil abzugeben,da er vielleicht wohl schon oft Pilze gegessen, sie aber nichtbetrachtet hat und vor allem nicht weiss, wie leicht Pilze zu unter-scheiden sind. Aus diesem Grund wurde der Abschnitt über Speise-pilze hier eingefügt. Es ist zu hoffen, dass vielleicht Mancherdadurch angeregt wird, später an dem Orte seines Wirkungs-kreises für die Verbreitung der Kenntnis von den essbaren Pilzeneinzutreten!
Für denjenigen, welcher nicht von Jugend auf die Pilze kennengelernt hat, ist es notwendig, sich ein Buch zu verschaffen, woi'iner in methodischer Anleitung das Wissenswerteste erfahren kann.Wenn ein solches Buch für den Laien und für den angehendenPilzkenner brauchbar sein will, so darf es nur die wichtigstenFormen der Speisepilze enthalten und muss alle diejenigen Formenignorieren, welche leicht mit giftigen Arten verwechselt werden