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Einführung in die praktische Nahrungsmittelchemie
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IV. Ausführung. Q. Speisepilze und giftige Schwämme. 399

auf die ausgezeichneten Arbeiten von W. Busse l ) und 0. Warburg 2 )verwiesen, wo alles einschlägige Material in vollkommenster Weiseauf Grund von Originalstudien zusammengefasst ist.

Q. Speisepilze und giftige Schwämme.

Es kann nicht genug bedauert werden, dass die Bevölkerungim allgemeinen so sehr vor dem Genüsse von Pilzen zurückschreckt.Denn nicht allein, dass diese eine sehr gesunde und schmackhafteNahrung liefern, deren Nährwert weit über der Durchschnitts-nahrung des Volkes steht, so gehen jährlich Werte von Millionendadurch verloren, dass ein so schätzbares Nährmaterial in Riesen-mengen in unseren Wäldern verdirbt. Der Laie, der sich nochnie mit der Pilzkunde befasst hat, wittert in jedem Schwamm,besonders wenn derselbe auffallend gefärbt ist, einen Griftpilz. Nurin wenigen Gegenden haben die Leute gelernt, von Jugend auf diePilze so zu betrachten, wie man sonst die höheren, grün gefärbtenPflanzen betrachtet. Auch unter diesen letzteren giebt es ja genugGiftpflanzen; aber man hat diese kennen gelernt und hütet sichvor ihnen; schon in der Schule werden diese Pflanzen den Kindernvorgeführt und auf ihre Unterscheidungsmerkmale hin besprochen.Nehmen wir nur die eine Pflanzenfamilie der Solanaceae , derNachtschattengewächse, welche durch ihre Blütenbildung auf dasengste zusammengehalten wird; wie viele giftige Arten finden wirunter denselben, so den Stechapfel, das Bilsenkraut und noch vieleandere mehr. Auf der anderen Seite gehört aber in dieselbeFamilie auch das wichtige Genussmittel Tabak, ja sogar unschätz-bare nährstoffliefernde Pflanzen, wie Liebesapfel (Tomate), dieKartoffel und andere.

Wie leicht wird es uns, diese Arten auseinanderzuhalten! Unddie Unterscheidung ist bei den Pilzen noch eine viel leichtere, nurmuss man sie einmal in die Hand genommen und vorurteilslosuntersucht haben.

1) W. Busse: Über Muskatnüsse, in Arb. aus dem Kaiserl. Gesundheits-amte. 1895, Bd. XI, S. 391.

W. Busse: Maois, in Arb. aus dem Kaiserl. Gesundheitsamte. 1896,Bd. XII, S. 628.

2) 0. Warburg: Über die nutzbaren Muskatnüsse, in Ber. der pharmac.Gesellsch. 1892, S. 211.