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Einführung in die praktische Nahrungsmittelchemie
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Botanisch-mikroskopischer Teil.

3. Finden wir das Pulver zusammengesetzt aus zahlreichengrünen, oder grünlich-braunen'), dünnwandigen, brüchigen Zellen,zwischen denen sich vereinzelte Gefässfragmente, Bastfasern, reich-liche Epidermisfetzen, häufig auch Haare oder Haarfragmente, nurwenig Inhaltsstoffe vorfinden, und fehlen normale Steinzellen voll-ständig, so dürfte kaum ein Zweifel bestehen, dass wir es mit einemBlattpulver zu thun haben.

4. Wenn sich in den Präparaten zahlreiche Inhaltsbestandteile,besonders Stärke und Krystalle, seltener Ölzellen vorfinden, danebenaber auch reichlich Bastfasern oder Steinzellen oder auch beideElemente, nie aber Gefässe, so dürfte mit Sicherheit auf ein Rinden-pulver geschlossen werden.

5. Enthält das Untersuchungsniaterial reichlich Inhaltsbestand-teile, keine oder wenige Steinzelleu, keine oder spärliche Bast-fasern, dagegen oft ansehnliche Mengen von Gefässbruchstücken,so dürfte mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit ein von einer Wurzeloder einem Rhizom gewonnenes Pulver vorliegen.

Während normalerweise Mehle von Samen, Früchten, Blätternund Rinden gewöhnlich verhältnismässig rasch auf ihre Zugehörig-keit diagnosticiert werden können, ist es häufig sehr schwierig, mitSicherheit festzustellen, ob ein Pulver von einer Wurzel, einemRhizom oder aber von einem Stengel gewonnen worden ist.

Schwierig ist dies nicht für die verhältnismässig geringe Anzahlder bekannten menschlichen Nahrungs- und Genussmittel, wohlaber für solche Pflanzenteile, welche zu Fälschungen Verwendungfinden. Glücklicherweise ist deren Zahl nur eine verhältnismässigbeschränkte; denn für den Fälscher kommt es nicht nur daraufan, Surrogate zu finden, welche den gebräuchlichen Nahrungs- undGenussmitteln, resp. deren Pulvern gleichen, sondern auch solche,die reichlich und billig zu beschaffen sind und so das „Geschäft"lohnen. Die Verfälschungen, welche häufiger angewendet werden,sind in den ausführlicheren Lehrbüchern sämtlich angegebenund auch dort auf ihre Bestandteile genau charakterisiert. Esdürfte also nicht schwer fallen, bei einiger Übung dieselben raschherauszufinden. Neue Fälschungsarten kommen aus den soebenerörterten Gründen verhältnismässig nur selten vor. An die Unter-

1) Reichlich gerbstoffführende Pflanzenteile nehmen beim Trocknen häufigeine tief braune Farbe an, so dass manchmal das vertrocknete Chlorophyll kaumnoch nachzuweisen ist.