322
Botanisch-mikroskopischer Teil.
wird schon oft die Schwierigkeit erkannt haben, Präparate gleichenHerkommens, aber verschiedener Behandlungsweise zu identifizieren.
Sehr anzuraten ist es dem Anfänger, möglichst vielzu zeichnen, nicht etwa ganze "Übersichtsbilder, da diese fast stetszu wenig charakteristisch gelingen und auch in vielen Lehrbüchernzu finden sind, sondern die auffallenden, unterscheidenden Bestand-teile der einzelnen Waren. Diese werden dann kaum mehr ganzvergessen werden.
Dem Nahrungsmittelchemiker darf es absolut keineSchwierigkeit bereiten, wenn er ganze Pflanzenteile(Blätter, Binden, Blüten, Früchte, Samen) von Nahrungs-oder Genussmittel liefernden Gewächsen zur Beurteilungihrer Abstammung vorgelegt erhält. Dies ist jedochselbstverständlich nur sehr selten der Fall. Meist sinddie Materialien, welche untersucht werden sollen, ge-schrotet oder sogar mehr oder weniger fein gepulvert.
Ist dieses Untersuchungsmaterial reichlich, so darf diePrüfung nicht nur an einer einzigen, beliebig herausgegriffenenProbe erfolgen. Denn es ist klar, dass, wenn eine Fälschung nichtsehr im Grossen mit Hilfe von zweckentsprechenden Maschinenausgeführt wurde, die Mischung der Stoffe nie ganz gleiclimässigausfallen wird, dass also an einzelnen Stellen des Untersuchungs-materials sich mehr, an anderen weniger Spuren der Fälschungfinden werden. Ferner ist zu bedenken, dass das spezifische Ge-wicht der einzelnen Bestandteile des Pulvers eines Nahrungs- oderGenussmittels sowohl wie derjenigen eines Zusatzes ein oft ausser-ordentlich verschiedenes ist, so dass häufig Proben, die dem Grundeeiner mit dem zu untersuchenden Pulver gefüllten Flasche oder einesKastens entnommen sind, eine teilweise andere Zusammensetzungzeigen als solche, welche der Mitte oder der Oberfläche des Unter-suchungsmaterials entstammen.
Ist jedoch das zur Prüfung stehende Material spär-lich, so empfiehlt es sich, zunächst durch längeres Schütteln einemöglichst gleichmässige Verteilung zu erzielen. Sodann wird dasMaterial in mehrere gleiche Portionen geteilt, von denen eine alsReserve, eine zu eventueller chemischer Untersuchung, eine odermehrere zur Anfertigung mikroskopischer Präparate dienen. Sehrzu besorgen ist, wie ich (mit ßosen) hervorheben möchte, beiallen Teilungen des Materials, wie auch im Falle der Aufbewahrungzu \ ergleichszwecken, eine möglichst genaue Etiquettierung der Be-