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Einführung in die praktische Nahrungsmittelchemie
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XIX. Nachweis von Konservierungsmitteln.

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8. Nachweis von Natriumbikarbonat, bez. Natriumkarbonat inder Milch. Nach A. Hilger.

Man löst in 100 ccm Milch 0,1 g Natriumkarbonat.

50 ccm dieser Milch werden mit der fünffachen Wassermenge ver-dünnt und erhitzt, mit wenig Alkohol zum Gerinnen gebracht und filtriert.Das auf die Hälfte eingeengte Filtrat lässt an der alkalischen Reaktiondie Gegenwart von Alkalikarbonat erkennen.

Man kann übrigens die alkalische Reaktion ebenso gut an der Milchselbst feststellen.

Auch durch die Bestimmung des Kohlensäuregehaltes der Milchasche kannder Nachweis eines Zusatzes von Natriumkarbonat geführt werden.

9. Nachweis von Saccharin in Wein. 1 ) Man löst 0,03 g Saccharin(500 mal so süss wie Zucker) in 200 ccm Wein (oder einem alkoholisch-wässerigen Kunstprodukt) auf. Zum Nachweis des zugesetzten Süssstoffesverdampft man 100 ccm dieses Weines unter Zusatz von ausgewaschenemgroben Sand in einer Porzellanschale auf dem Wasserbade, versetzt denRückstand mit 1 bis 2 ccm einer 30 prozentigen Phosphorsäurelösung undzieht ihn unter beständigem Auflockern mit einer Mischung von gleichenRaumteilen Äther und Petroleumäther bei mässiger Wärme aus. Manliltriert die Auszüge durch gereinigten Asbest in einen Kolben und fährtmit dem Ausziehen fort, bis man 200 bis 250 ccm Filtrat erhalten hat.Hierauf destilliert man den grössten Teil der Äther-Petroleumäthermischungim Wasserbade ab, führt die rückständige Lösung aus dem Kolben in einePorzellanschale über, spült den Kolben mit Äther gut nach, verjagt dannÄther und Petroleumäther völlig und nimmt den Rückstand mit einer ver-dünnten Lösung von Natriumkarbonat auf

Man filtriert die Lösung in eine Platinschale, verdampft zur Trockene,mischt den Trockenrückstand mit der 4 bis 5 fachen Menge festem sulfat-freien Natriumkarbonat und trägt dieses Gemisch allmählich in schmelzen-den sulfatfreien Kalisalpeter ein. Man löst die weisse Schmelze in Wasser,säuert sie vorsichtig (mit aufgelegtem Uhrglase) in einem Becherglase mitSalzsäure an, fällt die aus dem Saccharin entstandene Schwefelsäure mitBaryumchlorid aus und bringt das Baryumsulfat nach dem Trocknen undGlühen zum Wägen.

SO

Das Saccharin oder Benzoesäuresulfinid C, ; // 4 <C ( ,^>NH wird durch

die oxydierende Wirkung des Kalisalpeters bei Gegenwart von Natrium-karbonat zersetzt, indem der Sulfonrest zu Schwefelsäure, bez. Sulfatoxydiert wird.

Es entspricht daher 1 Mol.' 23^46 *

18305

Aus 0,03 g Saccharin werden ca. 0,038g SO x Ba erhalten.

1) Vorschriften des Bundesrats für die chemische Untersuchung desWeines vom 25. Juni 1896.

Thoms, Nahrungsmittelchemie.

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