Vorrede.
V
mitteluntersuchung wichtige Bakteriologie eine Behandlungnicht. Es muss daher auf die über diese Wissensgebiete veröffent-lichten besonderen Werke verwiesen werden.
Hingegen wurden die Grundzüge einer botanisch-mikro-skopischen Prüfung der Nahrungs- und Genussmittel dem Bucheeingefügt. Herr Privatdozent Dr. E. Gilg in Berlin hat sich aufmeinen Wunsch freundlichst bereit erklärt, diesen Teil der Nahrungs-mitteluntersuchung im Sinne der Anlage des vorliegenden Buchesauszuarbeiten.
Auch bei Benutzung dieses Teiles gilt als Voraussetzung, dassder angehende Nahrungsmittelchemiker über die notwendigenKenntnisse auf allgemein-botanischem und mikroskopischem Gebietebereits verfügt.
Wenn auch die Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittelin erster Linie dem Chemiker zufällt, so ist es doch zweifellos, dassder Chemiker im Besitz mikroskopischer Kenntnisse eine ganzbedeutende Hilfe und Unterstützung hat. Oft wird er viel rascherund sicherer eine Untersuchung zu Ende führen können, wenn ermit Hilfe des Mikroskops Fälschungen ermittelt, als wenn er aufdem oft langwierigen Wege chemischer Abscheidung das Zielerreichen wollte. Die Vorschriften, betreffend die Prüfung derNahrungsmittelchemiker vom 22. Februar 1894 verlangen dennauch mit Recht neben dem Besitz chemischer Kenntnisse undFertigkeiten ein ansehnliches botanisches Wissen und Können. —
Möge das Buch seinen Zweck erfüllen! Es würde von mirdankbar begrüsst werden, wenn Lehrer der praktischen Nahrungs-mittelchemie oder andere Benutzer dieses Buches mich auf Ver-besserungen desselben aufmerksam machen würden.
Zum Schluss möchte ich der angenehmen Pflicht genügen, demHerrn Verleger für die gute und bilderreiche Ausstattung desBuches meinen verbindlichen Dank zu sagen. Ein ebensolchergebührt auch meinem Assistenten, Herrn Dr. Carl Fischer, dermich bei der Erledigung der Korrekturen bestens unterstützt hat.
Berlin, Ostern 1899.
Hermann Thoms.