XXXII
Über die 30. Potenz hinaus: Hochpotenzen, bis zur 200. und darüber hinaus, werdenebenso bereitet 1 ).
b) Für die Dezinialskala.
Die mit dem Namen des Arzneimittels signierten und mit den Potenzziffern D 1bis D 30 bezeichneten Gläschen werden von D 2 ab je mit 9 Teilen Weingeist versehen.Die 1. Dezimalpotenz wird aus der Essenz nach den unter dem betreffenden Paragraphenangegebenen Vorschriften bereitet. Jede Potenz wird, wie schon sub a angegeben, durchzehn kräftige, abwärts geführte Schüttelschläge des Armes bereitet, nachdem jedesmal1 Teil der eben angefertigten Potenz zu dem folgenden Gläschen gegeben worden ist.
B. Potenzierung flüssiger Potenzen aus Verreibungen.
Potenzierung der 3. Zentesimal- und 6. Dezimalverreibungen.
Die nach der Zentesimalskala bis zur 3., nach der Dezimalskala bis zur 6. Potenzverriebenen Substanzen sind durch dieses anhaltende Reiben nunmehr so weit verfeinert,daß sie nach Hahnemann mit einem flüssigen Arzneiträger (Wasser, Weingeist) ver-bunden und in diesem zu höheren Verfeinerungsgraden gebracht werden können.
Bei der Herstellung der flüssigen Potenzen aus Verreibungen liegende folgendeGewichtsverhältnisse zugrunde:
Ein Gewichtsteil der 3. Zentesimal- bzw. der 6. Dezimalverreibung wird in 80 Ge-wichtsteilen destillierten Wassers gelöst, dann werden 20 Gewichtsteile 90%iger Wein-geist zugesetzt und das zu zwei Dritteln gefüllte Gläschen zehnmal geschüttelt. Die soerhaltene Potenz stellt die 4. Zentesimal- bzw. die 8. Dezimalpotenz dar. Das Weiter-potenzieren geschieht in folgender Weise:
a) Nach der Zentesimalskala wird ein Gewichtsteil der 4. Zentesimalpotenz mit99 Gewichtsteilen 45%igem Weingeist geschüttelt und man erhält die 5. Zentesimal-potenz. Die folgenden Potenzen werden nun mit je einem Gewichtsteil der vorhergehen-den Potenz und 99 Gewichtsteilen 45%igem Weingeist angefertigt.
b) Nach der Dezimalskala wird ein Gewichtsteil der 8. mit 9 Gewichtsteilen 45%igemWeingeist zur 9. Dezimalpotenz geschüttelt, desgleichen werden die höheren Potenzenmit 45%igem Weingeist in der bekannten Weise bereitet.
D. Nomenklatur.
In der Homöopathie hat sich eine von der sonst üblichen abweichende Nomen-klatur eingebürgert, welche in vorliegendem Werk, da sie sämtliche Hand- und Lehr-bücher dieser Heilmethode angenommen haben, ebenfalls als Norm angenommen hat.
Für die höheren Potenzen hat die Homöopathische Central-Officin Dr. Willmar Schwabeeine sehr sinnreiche Maschine konstruieren lassen, mit deren Hilfe es ihr möglich ist, automatischbis zur 1200. Potenz zu potenzieren, und zwar exakt nach dem Hahnemannschen Verfahren,indem jede Potenz als eine Verdünnung 1 : 100 mit zehn Schüttelschlägen hergestellt wird. DurchWiederholung des Verfahrens kann beliebig hoch potenziert werden.
Angesichts dieser von Hahnemann gegebenen klaren Vorschrift über die Hochpotenzen-bereitung, die doch niemandem entgangen sein kann, der die R. A. M. L. wirklich gelesen bzw.durchstudiert hat, ist es fast unbegreiflich, daß es immer noch Personen gibt, welche unter demNamen „Hochpotenzen" ein von ihnen auf geheim gehaltene Weise verfertigtes Präparat ver-kaufen, welches jedenfalls nicht nach den bekannten Regeln Hahnemanns verfertigtes Präparatverkaufen, welches jedenfalls nicht nach den bekannten Regeln Hahnemanns bereitet ist unddaher mit seinen Vorschriften in absolutem Widerspruch steht. Billigerweise sollte dieser Unfugaus der Homöopathie verbannt bleiben.