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Dr. Willmar Schwabe's Homöopathisches Arzneibuch : Aufzählung der homöopathischen Arzneimittel nebst Vorschrift für ihre Bereitung, Prüfung und Wertbestimmung
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C. Die homöopathisch-pharmazeutischen Arbeiten.I. Vorarbeiten.

1. Frische Pflanzen oder deren Teile.

Die eingesammelte frische Pflanze oder deren zu verwendender Teil wird zuerstnochmals auf die zweifellose Identität untersucht, dann aber vorsichtig von etwaigenUnreinlichkeiten, die zufälligerweise bei der Einsammlung nicht bemerkt wurden, sowieanhaftendem Sand und Erde befreit. Zur Verwendung gelangen nur die bei dem be-treffenden Mittel angegebenen Teile. Die Verarbeitung der Pflanzen oder Pflanzenteilemuß möglichst rasch und ohne Unterbrechung geschehen, und zwar in folgenderWeise:

Die Pflanzen oder Pflanzenteile werden mittels eines blank polierten, rostfreienStahlmessers auf dem gut gereinigten Wiegebrett zerstückelt. Darauf werden die Stückemit dem ebenfalls gut gereinigten Wiegemesser so fein als möglich zerkleinert. FrischeFrüchte und Samen werden, je nachdem sie sich zum Zerstückeln eignen oder nicht,entweder wie oben behandelt, oder aber in geeigneter Weise zerquetscht. Zum Zerkleinerngrößerer Mengen eignen sich die sogenannten Wölfe, welche eine den Fleischmaschinenähnliche Konstruktion besitzen.

Hat man eine Essenz aus einer im homöopathischen Arzneibuch nicht ent-haltenen Pflanze zu bereiten, und bedingen ihre chemischen Bestandteile nach denAusführungen auf Seite XII von vornherein keine Essenzbereitung nach § 3, so versuchtman zunächst an einer kleinen Menge den prozentualen Gehalt an auspreßbaremSafte festzustellen. Beträgt derselbe 60% und mehr, so ist eine Essenzbereitung nach§ 1 erforderlich, beträgt er weniger, so ist eine Saftgehaltsbestimmung notwendig, ausderen Resultat dann die Essenzbereitungsweise sich ergibt. Bei allen, nach den §§ 2und 3 herzustellenden- Essenzen wird folgende

Saftgehaltsbestimmung

ausgeführt:

Man macht zunächst von der fein zerkleinerten Masse eine Feuchtigkeitsbestimmungbei 100°. Ferner preßt man bei den saftreichen Pflanzen eine kleine Menge aus undbestimmt in dem erhaltenen Saft nach Filtration den Trockenrückstand bei 100°. Be-zeichnet man den Feuchtigkeitsgehalt der Pflanze mit a, den Trockenrückstand desSaftes mit b, so erhält man den Saftgehalt X der Pflanze nach folgender Formel: 1 )

lOO^a 100 b

!) Ableitung der Formel:

Vorhanden: 100 Teile Pflanze

a Teile Feuchtigkeit (in 100 Teilen Pflanze)x Teile Saft (inlOO Teilen Pflanze)

b Teile Trockenrückstand im Saft (d. h. in 100 Teilen Saft)

Folglich: in 1 Teil Saft b/ 100 Trockenrückstand

in x Teilen Saft bx/100 TrockenrückstandDann gilt die Gleichung: Saft Trockenrückstand = Feuchtigkeit, oderx bx/100 ax (1 i>/100) = a

_ a 100a

* b = 100 b~~ 100