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Ein anderes Verfahren gibt Hahnemann in seinen Chr. Kr., 1835, 2. Auflage 1. Teil Seite 187an: „Das Benetzen der Streukügelchen geschieht am besten in Masse so, daß man auf ein odermehrere Quentchen derselben in einem kleinen, mehr tiefen als weiten Näpfchen von Steingut,Porzellan oder Glas mehrere Tropfen der Arzneipotenz tröpfelt (lieber ein paar Tropfen zu viel),damit sie bis auf den Boden dringen und so die ganzen Kügelchen in einer Minute befeuchtethaben werden. Nun wendet man das Näpfchen um und stürzt es auf einem Stück reinen, doppeltenFließpapiers aus, damit die überschüssige Flüssigkeit hineinziehe und, wenn dies geschehen, derKegel voneinander und ausgebreitet, bald trocknen könne. Trocken geworden füllt man dieKügelchen in ein Glas mit der Signatur des Inhaltes und stöpselt es."
III. Herstellungder Potenzen der verschiedenen Arzneiformen.
Bei der Potenzierung oder wie einige sagen „Verdünnung" sind folgende zurAnwendung kommende technische Maßregeln genau zu berücksichtigen, damit exaktePotenzen nach den Grundsätzen der Homöopathie erhalten werden.
Es gelten in der Homöopathie zwei Skalen: die Zentesimal- und die Dezimal-skala.
1. Die Zentesimalskala.
Diese Skala wurde von Hahnemann eingeführt. Für sie gilt der Grundsatz, daß dieerste Potenz 1 / lno des Arzneigehaltes, die folgenden je 1 / 100 der vorhergehenden besitzenmüssen. Da nun die Essenzen nach verschiedenen Regeln hergestellt werden (§§ 1—3),der Arzneigehalt also in ihnen in ungleichen Quantitätsverhältnissen vorhanden ist, soist nur der Quantitätszusatz der Essenz zur ersten, mit dem indifferenten Stoffe (Wein-geist usw.) zu bereitenden Potenz ein ungleicher, während die zweite und die folgendenPotenzen aus je einem Gewichtsteil der vorhergehenden Potenz mit 99 Gewichtsteilendes indifferenten Stoffes hergestellt werden. Der Einfachheit halber ist bei den einzelnenParagraphen, welche die Herstellung der Essenzen, Tinkturen und Lösungen behandeln,die Potenzierungsweise bereits angeführt worden.
2. Die Dezimalskala.
Noch bei Hahnemanns Lebzeiten bürgerte sich eine andere Methode ein, welcheviele Anhänger unter den homöopathischen Ärzten gefunden hat: Die Dezimalskala.Bei Anfertigung der nach dieser Skala zu bereitenden Mittel gilt der Grundsatz, daßdie 1. Potenz 1 / 1 „ Arzneigehalt besitzen müsse, während die folgenden Potenzen mitje 10 Gewichtsteilen der vorhergehenden Potenz und 90 Gewichtsteilen des indifferentenStoffes bereitet werden (vgl. die §§ 1—6).
Der Erste, welcher die Dezimalskaia einführte, war Dr. Constantin Hering in Phila-delphia, während Dr. Vehsemeyer in Berlin derjenige war, der die dabei zur Geltung kom-menden Grundsätze in genauerer Form veröffentlichte. Er spricht sich im IV. Bande der Hygea1836, Seite 547 folgendermaßen darüber aus: „Bei näherer Prüfung des Progressionsverhältnisses,welches Hahnemann zur Potenzierung der Arzneimittel lehrt, stellen sich viele Mängel heraus,namentlich aber der eine, daß die Sprünge von einer Verdünnungsstufe bis zur anderen viel zugroß sind. Offenbar fehlen uns hier Zwischenstufen, die mittels der Hahnemannschen Ver-dünnungen höchst unbequem zu bewerkstelligen sind. Ich habe daher bereits seit einem Jahreangefangen, meine Arzneimittel in etwas von den Hahnemannschen abweichenden Quantitäts-verhältnissen zu bereiten und bin so außerordentlich mit dem Erfolge zufrieden, daß ich das