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2 (1914)
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Die Zellulose.

an das sie den größten Teil des Lösungsmittels abgeben, wodurchsich das Zellulosenitrat ausscheidet und den Faden bildet. Wirdnach dem ,, Trockenspinnverfahren" gearbeitet, so werden äther-reichere Lösungen verwendet, der dünne Flüssigkeitsstrahl trittin erwärmter Lutt aus, wodurch das Lösungsmittel verdampftund die Lösung erstarrt. Je 18 der ungemein feinen Fäden werdendann zusammen vereint,gezwirnt" und in diesem Zustandeweiter verarbeitet.

Zunächst handelt es sich jedoch darum, das Erzeugnis zudenitrieren und dadurch ungefährlich zu machen. Dies geschiehtzumeist durch Behandlung mit Natriumsulfhydrat, wobei derStickstoffgehalt bis auf etwa 03% vermindert wird. Damit istein erheblicher Gewichtsverlust, etwa 33%, verbunden, auchnimmt die Festigkeit des Fadens ab, doch erhöht sich dadurchder Glanz und die Weichheit des Erzeugnisses. Durch Zusammen-laufenlassen zweier oder mehrerer Fäden unmittelbar nach demAustreten aus den Spinnapparaten und bevor sie erstarren, lassensich auch stärkere Fäden darstellen, die als Ersatz für Roßhaardienen. Dieses Produkt kommt alsMeteorgarn" im Handel vor.

Das Nitrozelluloseverfahren besitzt verschiedene Nachteile,so vor allem den, daß die Zellulose zunächst sehr sorgsam nitriertwerden muß, um dann schließlich wieder denitriert zu werden.Auch macht die Wiedergewinnung der teuren LösungsmittelSchwierigkeiten. Man war daher bestrebt, das Verfahren zurHerstellung künstlicher Seide zu verbessern, und zwar vor allemdadurch, daß man von der Nitrierung der Baumwolle absah undein anderes Lösungsmittel wählte.

Reine Zellulose ist nämlich in Kupferoxydammoniak löslich,jener tiefblauen Flüssigkeit, die man durch Versetzen einer Kupfer-sulfatlösung mit soviel Ammoniak erhält, bis sich der anfangsausscheidende Niederschlag wieder gelöst hat. Dieses Verfahrenwird auf Grund der Arbeiten von Despaissis, Pauly, Bronner,Fremery und Urban von den Vereinigten Glanzstoffabriken A. G.Elberfeld ausgeübt; das Erzeugnis, das an Schönheit die Chardonnet-Lehnersche Kunstseide noch übertrifft, wirdGlanzstoff" genannt.

Um die Baumwolle leichter in Kupferoxydammoniak löslichzu machen, muß sie zunächst einer Vorbehandlung unterworfenwerden, die in der Behandlung mit Natronlauge und darauf-folgendem energischen Bleichen mit Natriumhypochloritlösungbesteht. Auch die Kupferoxydammoniaklösung muß entsprechendbeschaffen sein, sie soll nach Möglichkeit viel Kupfer, dagegen

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