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2 (1914)
Entstehung
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handlung der Zellulose und der Lösungsmittel, die angewendetwerden, um siespinnbar" zu machen, unterscheiden.

Das älteste Verfahren rührt von Chardonnet her, der vonZellulosenitrat ausgeht. Reine Zellulose, und zwar zumeist Ab-fälle guter, langfaseriger Baumwolle, werden zunächst durchKochen mit verdünnter Sodalösung entfettet, dann schwach undvorsichtig mit Chlorkalk gebleicht, gewaschen und getrocknet.Dann folgt die Nitrierung, die ganz so durchgeführt wird, wiedies bei der Darstellung der Schießbaumwolle im ersten Bandebesprochen wurde. Doch leitet man den Nitrierungsprozeßbzw. die Bildung von Zelluloseestern der Salpetersäure so, daßniedrig nitrierte Produkte entstehen, die sich leicht in Äther-alkohol zu lösen vermögen. Für die Eigenschaften, besondersfür die Festigkeit der Kunstseide, besitzt die Erzielung des rich-tigen Nitrierungsgrades die größte Bedeutung. Man verfolgt denNitrierungsprozeß mit Hilfe des Polarisationsmikroskops undbeendet ihn, wenn alle Fasern unter dem Mikroskope im polari-sierten Lichte gleichmäßig hellblau gefärbt erscheinen.

Die nitrierte Baumwolle wird dann gründlich gewaschen,geholländert, in hydraulischen Pressen entwässert und schließlichin erwärmter Luft vorsichtig getrocknet. Dann folgt das Lösendes Zellulosenitrats in Alkohol-Äther, der etwa 40 Teile Alkoholund 60 Teile Äther enthält. Das Lösen wird in großen, gut ver-schlossenen, mit einem Rührwerke versehenen Kesseln ausgeführt,die ähnlich jenen eingerichtet sind, die zur Lösung der Schieß-baumwolle in Nitroglyzerin dienen.

Ehe diese Lösung der Spinnvorrichtung übergeben werdenkann, muß sie auf das sorgsamste filtriert werden, um alle Fasern etc.auszuscheiden, die die sehr feinen Öffnungen der Spinnapparateverstopfen würden. Zur Filtration verwendet man allgemeinFilterpressen, in die die sehr zähe Lösung unter starkem Druckeingepreßt wird. Nach der Filtration bleibt die Lösung in verzinntenKesseln noch einige Tage in Ruhe, während diesesReifungs-prozesses" scheiden sich Luftbläschen ab, die zum Zerreißen derFäden während des Spinnens führen würden, außerdem ver-mindert sich die sehr bedeutende Zähflüssigkeit (Viskosität")der Lösung etwas.

Die weitere Verarbeitung, dasVerspinnen" der Lösung,beruht darauf, daß man die Lösung in den Spinnapparaten aussehr engen, 0'08 bis 0T mm weiten Glaskapillaren austreten läßt.Bei dem ,, Naßspinnverfahren" treten die Fäden in Wasser aus,

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