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2 (1914)
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VIII. Die Gerbmaterialien und die Gerberei.

Die frische Tierhaut enthält bis zu 80% Wasser und würdedeshalb und wegen ihres Gehaltes an stickstoffhaltigen Stoffenungemein leicht in Fäulnis übergehen. Um sie beständig zu machenund ihr auch noch andere erwünschte Eigenschaften, wie fürbestimmte Zwecke Geschmeidigkeit, dann Wasserundurchlässig-keit, ein schönes Aussehen usw. zu erteilen, wendet man schonseit vorgeschichtlicher Zeit das Gerben an, das nach verschiedenenVerfahren erfolgen kann und dann auch Häute bzw. Leder mitverschiedenen Eigenschaften liefert.

Die Stoffe, welche die Umwandlung der tierischen Haut inLeder bewirken, nennt man Gerbstoffe. Leder ist Tierhaut, diedurch das Gerben so verändert wurde, daß sie wasserdicht wird,an Wasser keine löslichen Stoffe mehr abgibt, vyeich und geschmeidigbleibt, nicht fault und beim Kochen mit Wasser keinen Leimliefert, was bei ungegerbter Haut der Fall ist. Die Gerbstoffe,die heute angewendet werden, sind sehr verschiedener Art unddemnach sind auch die Sorten und die Eigenschaften des Lederssehr verschieden. Im allgemeinen lassen sich unterscheiden:

1. Vegetabilisch gegerbtes, lohgares Leder, wie Sohl-, Saffian-,Corduanleder usf. Zu seiner Herstellung werden ausschließlichaus Pflanzen gewonnene Gerbstoffe verwendet.

2. Mineralgares Leder, zu dessen Darstellung nur mineralischeGerbmaterialien, wie Alaun und Kochsalz für weißgares Lederund Chromsalze für Chromleder benützt werden.

3. Sämischgares oder fettgegerbtes Leder. Hier dienen Öle undFette als gerbende Substanzen, indem sie in die Haut eindringenund ihren Zustand verändern.

4. Kombinationsgerbung. Indem man diese drei Gerbmethodenkombiniert, lassen sich Ledersorten erzeugen, die mehrere Eigen-schaften der aufgezählten Lederarten gleichzeitig besitzen. AuchFormaldehyd wird angewendet.

i. Die Vorbereitung der Haut.

Die Tierhaut besteht aus mehreren Teilen. Ihre Oberflächebildet die dünne, hornige Oberhaut, unter der, von ihr durch eineSchleimschichte getrennt, die eigentliche Lederhaut liegt, dieschließlich in das Unterhautbindegewebe übergeht. Der Gerberentfernt die ganze Oberhaut samt den Haaren und das untere

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