Künstliche Seide.
wenig Salze und Ammoniak erhalten. Nach dem D. R.-P. 115.989wird sie aus Kupferdrehspänen bereitet, die man bei niedererTemperatur (4°) mit 20% igem Ammoniak und etwas Natron-lauge unter Einleiten von Preßluft behandelt. Die so erhalteneLösung enthält 45 g Kupfer im Liter und vermag bis zu 8% Zellu-lose zu lösen.
Die Lösung wird ebenfalls bei niederer Temperatur unterstetem Umrühren in Rührvorrichtungen dargestellt, dann wirdsie sorgsam durch feine Metalldrahtgewebe filtriert und kanndann versponnen werden. Die Flüssigkeitsstrahlen treten in50% iger Schwefelsäure aus, wodurch die Zellulose ausgefällt wird.An Stelle der Schwefelsäure wird auch konzentrierte, kochsalz-haltige Natronlauge verwendet, man erhält dadurch festere Fädenund kann die Austrittsöffnungen der Düsen weiter wählen, weilsich der Faden dann bedeutend strecken läßt. Zur Entfernungdes Kupfers wird das fertige Erzeugnis noch mit Essigsäure aus-gekocht und mit heißem Wasser gewaschen. Wie schon erwähnt,zeichnet sich diese Kunstseide, die eigentlich reine Zellulose ist,durch größere Festigkeit und besonders hervorragenden Glanz aus.
Ein drittes Verfahren zur Herstellung von Kunstseide gehtvon der Viskose aus. Sie wurde im Jahre 1892 von Cross, Bevanund Beadk entdeckt, die ihr, der bedeutenden Zähflüssigkeitwegen, den Namen „Viskose" gaben. Viskose wird durch Auf-lösen von Zellulose, die mit Natronlauge behandelt wurde (Alkali-zellulose), in Schwefelkohlenstoff gewonnen und sie bildet einZellulosethiosulfokarbonat, einen Xanthogensäureester der Zellulose.Stets bleibt etwas Alkali mit der Zellulose verbunden und diesesAlkalizellulosexanthogenat liefert mit Wasser oder verdünntemAlkali eine dicke, gelbe, klebrige Flüssigkeit, die sehr unbeständigist und durch Selbstzersetzung verschiedene Modifikationen bildet.Darüber werden wir im nächsten Abschnitte sprechen.
Zur Herstellung einer spinnfähigen Lösung wird die durchBehandlung mit Natronlauge dargestellte Natronzellulose unterKühlung in Mischmaschinen mit Schwefelkohlenstoff behandelt,der erhaltene Teig wird in verdünnter Natronlauge gelöst, undlagern, „reifen" gelassen, um eine gut spinnfähige Lösung zuerhalten, die dann noch sorgfältig filtriert wird.
Das Spinnen der Viskoselösung wird genau so durchgeführtwie das der anderen, bisher besprochenen Zelluloselösungen, dochwird die Ausscheidung der Zellulose durch andere Vorgänge
B c r s c h, Technologie II.
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