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2 (1914)
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XII. Die Alkaloide.

Die Alkaloide oder Pflanzenbasen sind eine im Pflanzen-reiche weit verbreitete Gruppe stickstoffhaltiger Körper, diemeist nur ein Stickstoffatom in ringförmiger Bindung enthalten.Der NameAlkaloide" rührt daher, weil sie ausgesprochenealkalische Reaktion besitzen und daher mit Säuren auch meistsehr leicht wohldefinierte Salze bilden. Viele Alkaloide sinddurch giftige Wirkungen ausgezeichnet, ja zu ihnen zählen Körper,die zu den giftigsten gehören, die wir überhaupt kennen. Inentsprechend geringen Mengen angewendet, dienen viele Alkaloidejedoch auch als Heilmittel, manche mit ganz spezifischen Wir-kungen. Die bekanntesten Alkaloide sind das Atropin der Toll-kirsche, das Koffein des Kaffees, das Tein der Teepflanze, dasKolchizin der Herbstzeitlose, das Digitalin, das Strychnin, dieOpiumalkaloide usf. Es ist auch gelungen, eine Anzahl derAlkaloide künstlich, auf synthetischem Wege darzustellen, wiedas Chinin, Morphium, Strychnin u. a.

Die Alkaloide sind in den Pflanzen meist nicht in freiemZustande vorhanden, sondern mit Säuren zu Salzen verbunden.Je nach ihren Eigenschaften können sie auf verschiedene Weisegewonnen werden. Flüchtige Alkaloide werden mit Wasser-dämpfen abdestilliert, nachdem man die gut zerkleinertenPflanzenmassen durch Zusatz von Alkali alkalisch machte. Anderekönnen durch Extraktion mit Wasser oder Alkohol dargestelltwerden, worauf man den Extrakt durch Fällen mit Bleiazetatreinigt, das Filtrat entbleit und daraus dann durch Destillationoder Ausschütteln mit einem Lösungsmittel wie Chloroformoder Benzol die Alkaloide abscheidet. Manche Alkaloide bildenauch schwerlösliche Salze, z. B. mit Tannin, Phosphormolybdän-säure, Phosphorwolframsäure usf., die gereinigt und schließlichzerlegt werden.

Die Darstellung der in der Fieberrinde, die von Cinchona-und Remijiaarten, die in Südamerika heimisch sind und auchin Java kultiviert werden, enthaltenen Chinaalkaloide, derenGesamtmenge oft bis zu 10% und auch mehr beträgt und unterdenen das wichtigste Alkaloid dieser Gruppe, das Chinin, über-wiegt, geschieht nach Dr. H. Emde, Braunschweig (Dammers'Chemische Technologie der Neuzeit) folgendermaßen:

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