III. Färben und Bleichen.
Die wichtigste Anwendung finden die Teerfarbstoffe in derFärberei zum Färben von Gespinstfasern aller Art im losen, ver-sponnenen oder verwebten Zustande. Die Kunst des Färbensbesteht darin, einerseits die Fasern, einerlei ob sie pflanzlicher odertierischer Abstammung sind, entsprechend herzurichten und zurAufnahme des Farbstoffes geeignet zu machen (Waschen, Bleichenund Beizen), anderseits auch die chemischen Prozesse richtigzu leiten und anzuwenden, auf deren Durchführung das Färben,d. h. die Erzeugung einer fest haftenden und widerstandsfähigen,teils chemischen, teils phsykalischen Verbindung des Farbstoffesmit der Faser beruht.
Die zu färbenden tierischen oder pflanzlichen Fasern ver-halten sich nicht gleich zu allen Farbstoffen und auch diese zeigenein verschiedenes Verhalten. Während die tierische Faser, Wolleund Seide von einer großen Anzahl von Farbstoffen direkt gefärbtwird, haften nur bestimmte Farbstoffgruppen unmittelbar aufder Pflanzenfaser. Farbstoffe, die sich direkt auffärben lassen,werden als „Substantive Farbstoffe" bezeichnet, im Gegensatzez u den „adjekiiven", die zur Verbindung mit der Faser einer Beizebedürfen. Im allgemeinen können die Farbstoffe folgendermaßeneingeteilt werden:
A. Basische Farbstoffe, auf tierischer Faser und auf Tannin-beize in neutralem Bade färbend.
ß. Saure Farbstoffe, auf tierischer Faser im sauren Badefärbend.
C. Beizenfarbstoffe, nur in Verbindung mit gewissen Metall-oxyden, wie Eisen, Chrom usw. färbend.
D. Neutrale oder Salzfarbstoffe, d. s. Säuren, die in Formihrer Alkalisalze auf Pflanzen- und tierischen Fasern färben.
E. Küpen- oder Entwicklungsfarben, die unlöslich sind unddaher auf der Faser erzeugt werden. Hierher gehören auch dieSchwefelfarbstoffe.
Während also die tierische Faser, Wolle und Seide, von einergroßen Anzahl von Farbstoffen direkt gefärbt wird, haften nurbestimmte Farbstoffgruppen unmittelbar auf der Pflanzenfaser.Um nun jene Farbstoffgruppen, die diese Eigenschaft nicht be-sitzen, auf Pflanzenfasern zu befestigen, müssen Zwischenglieder
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