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2 (1914)
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II. Die Teerfarbstoffe.

Die Verwendung von Farben zur Erzielung besonderer Wir-kungen hat im Laufe der Jahrtausende nicht nur einen immergrößeren Umfang angenommen, sondern sie ist durch die Be-kanntschaft mit neuen Farbstoffen, neuen Methoden, sie zuFarben zu verarbeiten, und durch die modernen Hilfsmittel derFärberei überhaupt bedeutend ausgestaltet worden. Während denalten Völkern und jenen, die heute noch auf einer niederen Kultur-stufe stehen, nur die in der Natur fertig vorkommenden Farbstoffeund Farben bekannt waren, verfügen wir gegenwärtig über unge-mein zahlreiche färbende Substanzen, die teils anorganischen,teils organischen Ursprungs sind und unter denen gerade dieschönsten, prächtigsten und der mannigfaltigsten Anwendungfähigen auf künstlichem Wege dargestellt werden. Sie sind, zumkleineren Teile, synthetische Nachbildungen natürlicher Farbstoffeund daher mit diesen vollkommen identisch, oder künstlich dar-gestellte Verbindungen, die in der Natur überhaupt nicht auf-treten. Das Ausgangsmaterial für alle diese auf künstlichemWege hergestellten Farbstoffe bilden Substanzen, die im Stein-kohlenteere enthalten sind und deren Isolierung wir eben be-sprochen haben. Man bezeichnet diese Gruppe von Farbstoffendaher auch kurz alsTeerfarbstoffe". Ein älterer, heute nichtmehr gebräuchlicher Ausdruck istAnilinfarben", weil die erstenkünstlichen Farbstoffe Abkömmlinge des ebenfalls aus demSteinkohlenteere darstellbaren Anilins waren.

Mithin könnte man die Farbstoffe ganz allgemein in natür-liche und künstliche einteilen, doch ist diese Unterscheidungnicht mehr ganz zutreffend, weil es, wie erwähnt, gelungen ist,eine Anzahl natürlicher Farbstoffe auf künstlichem Wege dar-zustellen. Weit zutreffender ist die folgende Einteilung:

1. Mineralfarbstoffe.

A. Erdfarben.

B. Künstliche Mineralfarben.

2. Organische Farbstoffe.

A. Natürliche organische Farbstoffe.

a) Vegetabilische Farbstoffe.

b) Animalische Farbstoffe.

B. Künstliche organische Farbstoffe.

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