Das Färben.
wichtigste Rolle für die Befestigung des Tannins auf der Faserspielen die Antimonsalze, wovon schon die Rede war.
Zu Wolle besitzt das Tannin nur eine geringe Verwandtschaft,weshalb es hier fast gar nicht verwendet wird. Sehr wichtig istes dagegen für die Seidenfärberei, es wird von der Seide gut auf-genommen und dient auch zur Beschwerung. Auch wird mitsauren oder basischen Farbstoffen gefärbte Seide häufig einerNachbehandlung mit Tannin und Metallsalzen zu dem Zweckeunterworfen, um die Löslichkeit der Farbstoffe in Wasser auf-zuheben.
4. Das Färben.
Je nach der Anwendung der Farbstoffe und der Ausführungdes Färbens unterscheidet man das Einbad-, Zweibad- und Dreibad-verfahren. Bei dem Zweibadverfahren wird die Faser zunächst ineinem Bade gebeizt und dann in einem anderen Bade, das dieFarbstofflösung enthält, ausgefärbt. Umgekehrt kann, wie beidem „Ansieden" und „Abdunkeln", die Faser zunächst in dieFarbstofflösung gebracht und dort gekocht, „angesotten" werden,worauf man zum Zwecke der Entwicklung und Fixierung derFarbe mit der Beize behandelt oder diese gegen Ende des An-siedens der Farbflotte zufügt. Bei dem Einbadeverfahren wirdzunächst der Farblack durch Vereinigung von Farbstofflösungund Beize erzeugt und dann durch Zugabe von Säure gelöst. Dochdarf der Säurezusatz nur so bemessen sein, daß das Aufziehendes Farbstoffes auf der Faser nicht verhindert wird. Gefärbt wirdmit der kochenden Lösung, doch ist das Einbadverfahren nurfür gewisse Farbstoffe, besonders für Koschenille und Flavinbrauchbar. Im Dreibad- oder Beiz-, Färbe- und Abdunkelver-fahren wird zuerst gebeizt, dann in der Farbstofflösung gefärbtund endlich in einem dritten Bade nochmals nachgebeizt, umden Farbstoff zu nuancieren und noch besonders zu befestigen.Verschieden von diesem Verfahren ist jener Vorgang, wobei derFarbstoff erst auf der Faser erzeugt wird, wie dies z. B. beider Färbung mit Indigo, der Erzeugung von Anilinschwarz usw.der Fall ist. Hierher gehört auch die Synthese bestimmter Farbendirekt auf der Faser, wodurch besonders schöne und haltbareFärbungen erzielt werden.
Der Zeugdruck unterscheidet sich von dem Färben in derFlotte dadurch, daß hier die Farbe in Form eines Teiges mitbesonderen Vorrichtungen auf den Stoff in regelmäßigen, sich
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