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2 (1914)
Entstehung
Seite
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Die Beizen.

20 bis 27% freie Fettsäuren,

25% sulfurierte Öle und Qlyzeride,1-3 bis 1-5% Natron.

Die Schwefelsäure wirkt auf die Rizinusölsäure derart ein,daß sich ein Oxystearinschwefelsäureester bildet. Man kannmithin das käufliche Türkischrotöl im wesentlichen als ein Gemischvon Rizinusölschwefelsäureester, Rizinusölsäure und unver-ändertem Rizinusöl betrachten, in dem vielleicht auch durchPolymerisation entstandene Verbindungen, wie sulfurierte Gly-zerinester, Dioxystearinsäure und andere Körper enthalten sind.

Wie erwähnt, werden auch Gerbsäurebeizen in der Färbereiverwendet. Der für die Zwecke des Färbers wichtigste Gerbstoffist das Tannin oder Gallusgerbsäure, der in sehr reinem Zustandein den Handel gelangt und nur seines hohen Preises wegen nichtso allgemein angewendet wird, wie er es verdiente. Man pflegtdaher das Tannin für billigere Waren und dunklere Färbungenhäufig durch billigere Gerbstoffe zu ersetzen, wie Sumachextrakt,dann Galläpfelauszüge, Myrobalanen, Wallonea, Divi-Divi, Knop-pern usw. Auch Kastanienextrakt spielt zur Beschwerung schwarzgefärbter Seide eine bedeutende Rolle, ebenso Katechu.

Das Tannin dient hauptsächlich zur Befestigung der basischenFarbstoffe und der Beizenfarbstoffe. Basische Farbstoffe bildenmit Tannin einen Farblack und werden daher viel fester als aufder ungeheizten Faser fixiert, besonders dann, wenn gleichzeitigdie Gerbsäure in ein unlösliches Metallsalz übergeführt wird.Für Beizenfarbstoffe dient das Tannin zunächst zur Fixierunggewisser Metalloxyde, wie Aluminium, Chrom, Eisen, Kupfer undZinn in Form unlöslicher Tannate. Diese Oxyde bilden dann mitden Farbstoffen unlösliche Lacke, wodurch sie dauerhaft auf derFaser befestigt werden. Die Tanninbeize spielt somit hier nurdie Rolle eines Hilfsmittels, an der Entstehung des Farblackesbeteiligt sie sich direkt nicht.

Das Beizen von Baumwolle und Leinen mit Gerbstoffengeschieht nach dem Einweich- oder nach dem Pflatschverjähren.Im ersten Falle benützt man ein Bad, das, auf das Gewicht derFaser bezogen, 2 bis 5% Tannin und das zwanzigfache GewichtWasser enthält; für sehr dunkle Töne wird die Tanninmenge auf5 bis 10% erhöht. Man wendet das Bad kalt oder heiß an, dochwird durch Erwärmen die Menge des aufgenommenen Gerbstoffeszwar nicht erhöht, wohl aber die Aufnahme beschleunigt. Manzieht die Zeuge zuerst in dem Bade um und beläßt sie dann mehrere

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