Die Beizen.
Die Reihenfolge, in der das Beizen, Färben und Fixierendurchgeführt wird, ist nicht immer gleich. Es sind die folgendenVerfahren üblich:
1. Beizen, Fixieren, Färben.
2. Färben, Beizen, Fixieren.
3. Beizen, Färben, Fixieren.
4. Beizen und Färben in einer Operation.
Die haltbarsten Färbungen liefert das Beizen, Färben undFixieren in drei aufeinanderfolgenden Bädern, das Dreibadver-fahren, das Färben und Beizen in einer Operation wird als Ein-badverfahren bezeichnet.
Nach ihrer Abstammung kann man die Beizen in anorganischeund organische einteilen. Zu den ersten gehören die Tonerde-,Eisen-, Chrom-, Zinn-, Kupfer-, Blei- und Manganbeizen; zu denorganischen die Gerbstoff- und die Ölbeizen.
Als Beizen werden die verschiedensten Verbindungen der ge-nannten Metalle angewendet. Beizt man z. B. Wolle mit Ton-erdesalzen, so wirkt sie wie eine Base und es scheidet sich auf derFaser Tonerdehydrat ab, das allerdings nur auf der Oberflächeder Faser haftet, ohne in sie einzudringen. Sind dagegen organischeSäuren, wie Oxalsäure, Milchsäure, Weinsäure usw. zugegen, sovollzieht sich dieser Vorgang weit langsamer und die Wolle wirdgründlicher gebeizt. Basisch essigsaure Tonerde, auch ,, Rotbeize"genannt, wird häufig in der Türkischrotfärberei und auch imZeugdrucke angewendet. Man benützt sie als Beize für Alizarinrotund stellt sie im großen durch Umsetzung von schwefelsaurerTonerde mit essigsaurem oder holzessigsaurem Blei oder Kalk dar,wobei häufig auch Kreide oder Soda zur Abstumpfung der über-schüssigen Säure beigegeben wird. In der Türkischrotfärberei be-nutzt man die Eigenschaft der Tonerdeverbindungen, die bei Gegen-wart organischer, nicht flüchtiger Säuren nicht gefällt werden,zur Herstellung sogenannter ,,Reservagen". Man druckt vor demDämpfen das Muster mit einem Verdickungsmittel, das auch orga-nische Säuren enthält, auf die mit Tonerde gebeizte Baumwolleauf. An diesen Stellen kommt es dann nicht zur Bildung desTonerdelackes und sie bleiben weiß. Umgekehrt kann man auchdem Verdickungsmittel einen direkt färbenden Baumwollfarbstoffzusetzen, worauf dann die so bedruckten Stellen eine andereFarbe erhalten.
Eisensalze werden ebenfalls als Beizen in der Färberei ver-wendet, weil sie sich ähnlich wie die Tonerdesalze verhalten. Sie
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