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2 (1914)
Entstehung
Seite
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Die Beizen.

seits mit der Faser und bilden andererseits mit den Farbstoffenunlösliche Verbindungen, die man als ,,Lacke" bezeichnet. Dochfindet durchaus nicht immer eine chemische Verbindung zwischenFaser und Beize statt. Häufig wird die Faser nur mit der Beizeimprägniert, kommt dann im Inneren der Faser der Farbstoffmit der Beize in Berührung, so entsteht der Farblack, der alsunlösliche Verbindung nun festgelegt ist und nicht mehr durchOsmose nach außen gelangen kann. Von Bedeutung ist es, daßdie meisten Farblacke sehr schön und charakteristisch gefärbtsind und daß durch die Bildung des Lackes erst die Schönheitdes Farbstoffes voll und ganz zum Ausdrucke kommt.

Die Wirkung der Beizen muß verschieden sein, je nachdemes sich um saure oder basische Farbstoffe handelt. Für saureFarbstoffe muß ein Metalloxyd oder ein unlösliches basischesoder normales Salz auf der Faser niedergeschlagen werden, währendman für basische Farbstoffe umgekehrt eine Säure in Form einesunlöslichen Salzes anwenden muß. Da die basischen FarbstoffeWolle und Seide meist direkt färben, ist für sie die Anwendungvon Beizen nur zum Färben der Baumwolle nötig. Man verwendetdann meist Tannin als Beize, das auch in Form unlöslicher Salzemit basischen Farbstoffen unlösliche Lacke bildet.

Um Metalloxydhydrate auf der Faser niederzuschlagen, be-nützt man Lösungen solcher Metallsalze, die leicht unter Ab-spaltung von Säure dissoziieren und Oxydhydrate oder' basischeSalze bilden, oder wo dies durch Anwendung von Fällungsmittelnerreicht werden kann. Wolle wird einfach dadurch gebeizt, daß mansie mit einer verdünnten Lösung des Metallsalzes, eventuell unterZugabe von Weinstein etc. kocht. Da die Wolle reduzierendeEigenschaften besitzt, wird das Metallsalz zerlegt und es entstehthöchstwahrscheinlich eine Verbindung zwischen der Wollsub-stanz und dem Oxydhydrat oder dem basischen Salz, währendfreie Säure oder ein saures Salz in Freiheit gesetzt wird. DasBeizen der Seide geschieht ähnlich wie das der Wolle; nur ver-meidet man hohe Temperaturen, weil sonst die Faser leidet. Sievermag Metalloxydhydrate sehr leicht und sehr fest zu fixieren.Zum Beizen der Baumwolle muß man Metallsalze verwenden, diesehr leicht unlösliche Verbindungen bilden, wie z. B. essigsauresEisen und essigsaure Tonerde, die sich schon durch Erwärmenentsprechend verändern und die leicht durch Behandlung mitalkalischen Rcagentien, wie Ammoniak, Kalk, Soda usw. auf derFaser fixiert werden können.

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