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2 (1914)
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Die Gespinstfasern.

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holzigen Stengeln abgelöst wird. Das Rösten des Flachses beruhtauf einem Gärungsvorgange, dem der zu losen Bündeln zusammen-gebundene Flachs in Gruben, die man mit Wasser füllt oder inlangsam fließenden Gewässern unterworfen wird. Dehnt man denRöstvorgang zu lange aus, so leidet die Haltbarkeit der Faser,man wendet daher heute schon vielfach an Stelle der natürlichenRöste andere Verfahren an, wodurch die Dauer abgekürzt unddie Faser geschont wird.

Nach dem Rösten werden die Flachsstengel getrocknet unddann zwischen Walzen hindurchgeführt, die mit Rippen besetztsind, dadurch werden die Bastteile gelockert. Die vollständigeTrennung geschieht schließlich durch schnellrotierende Schwing-messer. Auf Siebrosten werden dann die noch verwertbaren Teile(Werg) zurückgehalten, während die holzigenSchaben" hindurch-fallen.

c) Ramie.

Die Ramiefaser, auch Chinagras oder Rhea genannt, stammtvon einer in China, Japan, Vorder- und Hinterindien wachsendenNesselart, die unbehaart ist. Die Bastzellen sind hier nicht, wiebeim Flachs, zu Bündeln vereint, sondern einzeln in die verklebendeSubstanz eingebettet. Die Trennung ist daher durch gewöhn-liches Rösten nicht zu erzielen, sondern sie muß mit Hilfe beson-derer Maschinen ausgeführt werden. Vor dem Verspinnen mußdie Ramiefaser zur Erweichung mit verdünnter Natronlauge undöl behandelt werden, sie ist dann weich und geschmeidig, starkseidenglänzend und ungemein _fest.

d) Hanf.

Hanf ist die Bastfaser von Canabis sativa, sie wird in ähnlicherWeise, wie bei Flachs besprochen, gewonnen. Das Spinngutbesteht aus 3 bis 6 cm langen Zellen, deren Breite O02 bis O04 mmbeträgt.

e) Jute.

Die Jute stammt von zwei einjährigen Pflanzen aus derFamilie der Tiliaceen, Corchorus capsularius und C. oliborius;ihre Bastfasern lassen sich sehr leicht durch Rösten gewinnen undsind 15 bis 2 m lang. Um sie geschmeidig zu machen, werdensie mit Öl oder Tran behandelt, daher stammt der oft den Jute-geweben anhaftende unangenehme Geruch.

Basischen Farbstoffen gegenüber verhält sich die Jute ähnlichwie mit Tannin gebeizte Baumwolle, sie wird direkt gefärbt. Allem

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