Schafwolle.
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Anscheine nach besteht die Jutefaser aus Zellulose, die in einegerbstoffähnliche Substanz umgewandelt ist.
f) Schafwolle.
Die Wollhaare entwickeln sich in den Haarbälgen, die inder Haut sitzen und deren Ausführungsgänge vielfach gewundensind. Diese Windungen übertragen sich auf das langsam aus-tretende Wollhaar, wodurch dessen charakteristische ,, Kräuselung"zustande kommt. Gleichzeitig sondern Talgdrüsen eine reichlicheMenge eines eigentümlichen Fettes, des „Wollschweißes", ab, derjedes einzelne Haar umgibt, es schützt und geschmeidig erhält.Durch den Wollschweiß werden die Haare zu „Stappein" ver-klebt, vor der Verarbeitung wird der Wollschweiß durch Waschenentfernt.
Jedes Wollhaar besteht aus langgestreckten, spindelförmigenZellen, die parallel zur Längsachse des Haares konzentrischeSchichten bilden und innig miteinander verwachsen sind. Außenist das Haar von dachziegelförmig übereinander liegenden, horn-artigen Schuppen überkleidet, die es schützen und ihm den Glanzverleihen. Mitunter ist ein das Wollhaar ganz durchziehenderMarkkanal vorhanden, der jedoch bei den feineren Wollsortenfehlt; der Querschnitt des Wollhaares ist rund oder oval.
Das vom Wollschweiße gereinigte Wollhaar besteht fast aus-schließlich aus Hornsubstanz, dem Keratin, das außer Kohlenstoff,Wasserstoff und Sauerstoff auch Stickstoff und Schwefel enthält.Bei einer Temperatur von 100° wird die Hornsubstanz plastisch,s 'e läßt sich dann in andere Gestalten bringen, die sich nachdem Abkühlen beibehält. Dieses Verhalten ist für verschiedeneBehandlungsarten der Wolle höchst wichtig, besonders für dasStrecken der Garne und das „Krabben" oder „Heißausrüsten".
Die Wolle besitzt ihrer chemischen Konstitution nach denCharakter von Amidosäuren, worauf ihr Verhalten gegenüber denFarbstoffen beruht. Zu den Farbstoffen besitzt sie unter allenGespinstfasern unbedingt die stärkste Verwandtschaft; allerdingsist die Anwendung heißer bis kochender Bäder nötig, um haltbareFärbungen zu erzielen. Die direkten Farbstoffe haften auf Wolleauch besser als auf Seide. Während sich Seide am besten ausmäßig heißen Bädern färbt und beim Kochen den Farbstoff wiederabgibt, behält Wolle auch im kochenden Bade den aufgenommenenFarbstoff. Auf diesem Verhalten beruht das Färben von Geweben.
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