Vorzügen.
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Wanzen sammeln ist einer Jnsectensammlung und einen: Herbarium weit vorzuzichen.Wes aber von der Mustergültigkeit der Vorbilder, dasselbe gilt nun auch vom Vor-bilden und Vorthuu, daß man nämlich an die Hand des Lehrers die Anforderung einesbinreichenden Grades von Geschicklichkeit stellen muß. — Aber auch über die Schuleiinaus findet das znm Zwecke der Nachahmung angestellte Vorthun eine ausgedehnteWwendung. Vorthun reizt zum Nachthun. Sieht das Kind etwas vor seinen Augen«stehen, so sind ihm Anfang und Fortgang, Hülfsmittel und Handgriffe gegeben und«Muster, man möchte sagen ein Ideal vor die Seele gestellt, das cs zu erreichenlucht. Denn im Vorbilden liegt insofern der Reiz zur Nachahmung, als der Unterrichts,durch Leben gewinnt und das in Thätigkeit umgewandelte Lehrobject zur Selbst-chiitigkeit anregt. Bekannt ist das Verfahren des Sebastian Bach , dessen er sich bei«m Schülern bediente, indem er ihnen das Stück, welches sie einzuüben hatten, selbst,rß im Zusammenhänge vorspieltc und dann sagte: „So muß es klingen!" Forkel,«Biograph, führt die Vortheile dieses Verfahrens dann weiter aus und bemerkt,bch durch den zusammenhängenden Vortrag des Musikstücks nicht nur der Eifer unddie Lust des Schülers angefeuert würden, sondern daß der Schüler zugleich einenBegriff davon erhielte, welchen Grad der Vollkommenheit er zu erstreben habe, den erehne dies Erleichterungsmittel vielleicht nur sehr unvollkommen oder erst spät kennenmd fühlen lernte. Da somit der Verstand mit ins Spiel gezogen werde und demLchüler ein Ideal vorschwebe, so müßten auch die Finger besser gehorchen und die intm Stücke liegenden Schwierigkeiten erleichtert werden. — Ob dieses „Vorthun" nicht,irr auch seine Grenzen hat? Ohne Zweifel: es wird Unterrichtsgegenstände geben, wo«Vermachen geradezu verderblich wäre. Wir können wohl kurz sagen: bei den tech-nischen Fertigkeiten wird das Vorbilden entschieden fördern, bei den eigentlich wissen-ichastlickien Arbeiten aber die eigne Geistesarbeit und die dadurch gewonnene Tüchtig-!,it beeinträchtigen.
Das Vorzügen und Vorthun hat übrigens doch an sich wenig Belehrung in sich,Mn nicht das belehrende Wort hinzutritt. Die Beobachtungsgabe des Kindes undAst des ungeübten Erwachsenen ist noch zu schwach, um selbständig alle Hauptmerk-Ule aus dem Gesammteindrucke herauszufinden. Es mäßen also die Schüler an-Met und gewöhnt werden, das, was ihnen vorgebildet worden, in Worte zu fassen,ti erst das Wort das Gesehene wirklich unsrem Bewußtsein zuführt. Zudem hat dasÄrt die Kraft, Anschauungen in der «Seele zu befestigen, indem zu der durch dasilaze vermittelten Anschauung die zweite, die vermittelst des Ohres in die Seele tritt,«zukömmt. Man ist ja bekanntlich über das klarer, worüber man sich bereits einmal«gesprochen, als wo dies nicht geschehen, und die Ausrede: ich kann mich darüberlicht ausdrücken, hat immer »och die unklare Vorstellung im Hintergründe. — Aufkr untersten Stufe des Unterrichts, dort wo die Schüler noch nicht so weit gefördertPd, sich richtig auszudrücken, bedarf cs abermals der Nachhülfe. Ter Lehrer wird,llchdem er sich die Gewißheit verschafft hat, daß das Vorgezeigte wirklich verstanden,i« kurzer und deutlicher Form vorsprechen, was durch Besprechung an dem vorliegenden8igenstande gefunden worden ist, und es dann von den Kindern nachsprechen lassen,W um es dem Gedächtnisse besser einzuprägen, theils aber auch, um die KinderM Reden, insbesondere zum Richtigreden zu bringen. Aber auch sonst wird dasMsprecheu Anwendung finden; dort nämlich, wo cs sich überhaupt um feste Ein-igung bestimmter Sätze handelt, die sich im Unterricht durch Entwicklung einesMgeustanbes (durch die heuristische Methode) schließlich Herausstellen. Die weiteste«ehnung erhält das Vor- und Nachsprechen wohl in der Erzählung. Mustergültigkeit«Borgesprochenen in Bezug auf Deutlichkeit, angemessenen Ton, Nachdruck und sinn-Mße Gliederung wird auch hier gefordert werden müßen, theils um bas Verständnis« Inhalts zu ermöglichen, theils aber auch, um nicht nur ein correctes, sondern auch^gefälliges Sprechen bei den Kindern anzustreben.