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2 (1879) Lob - Zuneigung
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Vaterlandsliebe.

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-lnm'lichkcit des Gemüthes, welche den Grundzug der deutschen Volksthümlichkeit bildet,beanindct eine natiirliche Prädisposition dieses Volksstammes für das Christenthum

die innerlichste Religion und begünstigt zugleich sowohl die Anerkennung des allenMerindividualitäten zu Grunde liegenden gemeinsam Menschlichen, als ein eingehendesInteresse für das cigenthümliche Wesen und Treiben anderer Nationen. So findenssir dem hier nichts von jener Ausschließlichkeit, mit welcher andere Völker sich selbstM die allein Berechtigten betrachteten und auf die anderen entweder mit Gering-Mmg oder mit Haß hinübersahen, sondern ein unbefangenes Gcltcnlassen der fremdenUtÄhümlichkeitcn und zwar dies um so mehr, je mehr die eigene ihnen gegenüber inursprünglicher Frische und Kräftigkeit sich zu behaupten wußte. Ausdrückliche Be-dungen eines bewußten Patriotismus finden sich bei dem deutschen Volke nicht sofrüh und häufig, als man anzunehmeu geneigt sein mag: sic treten zahlreicher undkräftiger erst in Zeiten hervor, da infolge der allzugroßen Billigkeit und Nachgiebigkeit,Nlche es anderen selbstsüchtigeren Völkern bewies, seine eigene Selbständigkeit bedrohtmrde, ja unterdrückt zu werden anfieng. Insbesondere enthielten der Jammer undstk Schmach der Unterdrückung, welche durch Napoleon über Deutschland gekommen>m, die mächtigste Aufforderung, die kosmopolitische Weitherzigkeit, welche nur Küssesiir die ganze Welt bat, zu corrigircn durch den heiligen Zorn gegen den Frevler,welcher es wagt, den heiligen Bann zu durchbrechen, der jedem Volke seine eigenthüm-U,e und selbständige Entwicklung sichern soll. Und was die Sänger der Befreiungs-kriege in diesem Sinne gesungen haben, das ist denn auch durch die deutsche Wissen-stest auf seine bestimmte Formel gebracht worden. Fichte gieng in seinen Redenm die deutsche Nation gleich auf den eigentlichen Kern der Vaterlandsliebe los, wenna den alten Deutschen in ihrem Kampfe mit den Römern nachrühmte (8. Rede,S. 208):Freiheit war ihnen, daß sie eben Deutsche blieben." Aberston Fichte hat zugleich von einem höheren und freieren Standpuncte aus unmittelbarnach der angeführten Stelle auf das Verderben hingewiescn, welches aus einer Unter-drückung der deutschen Volksthümlichkeit der ganzen Menschheit erwachsen müße, weilmit dem Untergange deS vermöge der Innerlichkeit seines Wesens zur Pflege desallgemein Menschlichen und der idealen Interessen vorzugsweise berufenen deutschenBelkes auch die übrigen Völker aufs tiefste geschädigt und der Gefahr, in gemeineSelbstsucht zu versinken, in ungleich höherem Grade würden ausgesetzt werden. Undganz besonders hat Sch lei er mach er sich das Verdienst erworben, der Vaterlands-liebe ihre rechte Stelle im Kreise christlicher Tugenden anzuweiscn und zu sichern, aufwelcher sie, während sie die cigenthümliche Volks- und Landesart zu schützen und zuPflegen trachtet, zugleich das Band der vom Evangelium geforderten Gemeinschaft mitaiibern Völkern zu erhalten hat, in deren Wesen sie die Ergänzung der eigenen Volks-tümlichkeit suchen muß (vgl. Lach leiermach er, die christliche Sitte, nach den Grund-sätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhänge dargcstellt. Berlin 1843, S. 449 ff.).Den in jener Zeit der geistigen Wiedergeburt Deutschlands verkündeten und bewährtenGrundsätzen hat nach verheißungsvollen Anfängen eine engherzige und feige Reactiondie vollständige praktische Durchführung verkümmert und verwehrt. Aber in der Stillewurde doch der auS der ausgestreuten Saat aufgegangene Keim von deutschen Männerntreulich gewartet und wenn jetzt Deutschland wieder eines unter einem deutschen Kaiserkräftiger als je geeinigten deutschen Reiches sich freuen kann, so ist das nur die Er-süllung der Gedanken und Hoffnungen, welche unsere besten INünner in jener Zeit derNkugebnrt unseres Volkes gehegf und gepflegt und in der darauf folgenden bösen ZeitMehrt und aufrecht erhalten haben; und wir haben darum um so weniger Grund,mch andern leitenden Grundsätzen uns umzusehen, wenn wir nunmehr den Ver-roh machen, für die Erziehung zur Vaterlandsliebe, natürlich invorzngsweiscr Rücksicht auf die deutsche Jugend, Gesetz und Regeliuiszustellen.

Wenn die Nationalität auf einer von Gott verliehenen besonderen Begabung be-W, durch welche ein Volk von dem andern sich unterscheidet, so dürfen wir jedesgolk als ein großes Collectivindividuum betrachten, welches zwischen denmizclnen Individuen und der gesammten Menschheit in der Mitte steht:wir setzencho Mg zwischen der einzelnen Persönlichkeit und der absoluten Gemeinschaftlichkeit die