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Schleirrmachcr.
Kraft der Herstellung des Staates gewidmet, als das Gericht, welches er hatte heiMi. ^ ^ziehen sehen, über diesen hereingebrochen war. „Niemals kann ich dahinten,'^men, am Vaterland zu verzweifeln; ich glaube zu fest daran, ich weis es mbestimmt, daß es ein auserwähltes Werkzeug und Volk Gottes ist." Mit äußererMacht war der Uebermacht zunächst nicht zu begegnen; sondern wer etwas thu»wollte zur Rettung des Staates, der mußte auf die Gesinnung,mal des Heranwachsenden Geschlechtes, wirken, damit dieses zuerst den Mtzund seiner Zeit auch die Mittel des Widerstandes wiederfinde: die Aufgabe der Batenlandsfreunde ist zunächst eine pädagogische im höchsten Sinne gewesen. Und Schleier-macher vor allen hat als ein deutscher Staatspädagoge seinen großen mich--sehen Vorgängern würdig sich angereiht. Von der Canzel aus richtete er die Schwache, iund Niedergeschlagenen auf, indem er ihnen davon predigte, „daß die letzten Zeile, ^nicht schlechter seien, als die vorigen," ihnen zeigte, „was wir fürchten sollen und W ^nicht," ihnen „den heilsamen Rath gab, zu haben, als hätten sie nicht," ihnen „Z,-!harrlichkeit gegen das uns bedrängende Böse" empfahl, oder ihnen zu Gemüthe führte ^„wie es auch für uns ein Ruhm ist und ein Vorzug, wenn wir Macht haben, unser!Leben zu lassen." Zu dem begeisternden Worte des Predigers konnte in Berlin auch ldas des Lehrers sich wieder gesellen, und ihm irr besonderem Maße verdankte die»!Universität den bedeutsamen Antheil an der Wiedererweckung deutscher Gesinnung nid!an der Befreiung des Vaterlandes, dessen sie sich rühmen darf. Im vollen Bewußt-!sein seiner Aufgabe und seiner nicht vergeblichen Arbeit für dieselbe schreibt er »sHerbste 1811: „Man muß alles äußere aufgebcn und nur recht auf den Geißwirken. Das thue ich auf jede Art, die in meinen Kräften steht; wie lange ich etnoch können werde, weiß Gott. Aber gerne hätte ich dir von dem Segen gespwche», ^den ich in dieser Hinsicht zu stiften glaube, und wie ich die Saat glaube kommensehen." So hat er während der sieben Jahre vorbereitenden Harrens dafür gearbeitet,!daß aus der traurigen Gegenwart eine schöne Zukunft hervorgehe. Als ein Mtver-schworner des freien Bundes deutscher Gesinnung und deutscher Tugend, welcher„keines äußeren Kennzeichens und keiner maurerischen Formen bedurfte," ist Schleier-macher auch für den Staat thätig gewesen und hat auch er sich einen Ansprucherworben auf jenen höchsten Preis, welchen Arndt dem edeln Scharnhorst zuerkamthat, als dem Manne, der „ob alle Welt auch teufelt, nie am Vaterland ver-zweifelt!" Die hohen Güter, welche in der Zeit der Begeisterung wieder erkäqstworden waren, hat er in den schwülen Jahren der Reaction mit ausdauerndemMannesmuth zu schützen gewußt, und er hat nicht unterlassen, den kommenden Ge-schlechtern zu zeigen, wie sie das angefangene gute Werk fortzusetzen und zu vollendenhätten. (Vgl. Beh sch lag, >schleiermacher als politischer Charakter. Berlin IM)
Doch ist es Zeit, von der allgemeineren Charakteristik Schleiermachers zu seinerpädagogischen Wirksamkeit im engeren Sinne überzugehen, insbesondere zu einerllebersicht der Schriften, in welchen er seine Grundsätze über Er-ziehung niedergelegt hat. Sie gehen sämmtlich von dem leitenden Grund-gedanken aus: Freie und lebendige Entwicklung der Individualität,verbunden mit der Erweckung einer thatkräftigeu Theilnahme «»dem Leben der Gemeinschaft, in welche das Individuum gestellt iß.
Zuerst sind als eine Schrift von wesentlich pädagogischem Inhalte die Mour-logen zu besprechen; sie enthalten das Programm für die Selbsterziehung, Msie Schleiermacher an sich geübt hat. Auch hier tritt seine Berührung mit Schiller,namentlich mit dessen Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen, deutlichhervor. Wenn dort Schiller sagt: „Jeder Mensch trägt, der Anlage und Bestimm»;nach, einen reinen, idealischen Menschen in sich, mit dessen unveränderter Einheit in am»seinen Abwechslungen übereinzustimmen die große Aufgabe seines Daseins ist;" ss Vdamit auch der Grundgedanke der Monologen ausgedrückt. Denn eben den idealischr».Menschen, welchen er in sich trug, hat Schleiermacher hier darstellen wollen; und erverwahrt sich ausdrücklich dagegen, daß man das, was sich auf die Idee eines MenM ,bezieht, mit dem, was von seiner Erscheinung gilt, verwechsle. — Dü Monologsgehen von dem Momente aus, in welchem das Ich das Bewußtsein seiner Früh"gesunden hat, und zeigen, wie von da aus das sittliche Leben sich gestalten muß. 4" i