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Schiller.
Jahre ein jährliches Geschenk von tausend Thalcrn anboten, in dessen Genüsse er ^nun auch einen längeren Besuch in seiner schwäbischen Heimat ansführcn konnte >«» ler vom 8 . August t793 bis Mai 179t sich aufhielt. Erfrischt und voller Enttviich )und Arbeitslust kam er am 15. Mai in Jena wieder an. Am 13. Juni schrieb,e :an Göthe, um diesen zur Mitarbeit an den „Horen" einznladen (1795 —1797 j, j-drei Jahrgängen erschienen). Durch das innigere Verhältnis zu Göthe, welches jM I-dem schon im vorhergehenden Jahre mit Wilhelm von Humboldt begründeten USeite trat, wurde im Wechselverkehre geistigen Gebens und Empfängnis in den reiL« tStoff, welchen Schiller durch philosophische und historische Studien angesammelt hatte lder zündende Funken dichterischer Gestaltung geworfen. Nachdem er nämlich in sei«Don Karlos einerseits die erste Periode seines Dichtens znm Abschluß gebracht,andererseits aber schon durch die dichterische Form gezeigt hatte, daß er in die zweit!Periode seines Kunststrebens eingetreten sei, hatte er sich vorerst von dem poetische.Schassen zurückgezogen, damit er durch anderwcite Studien erst die Mittel gewinne,um den höheren Anforderungen, welche er nun selbst an sich stellte, genügen zu könn»Aus den Jahren 1786 — 1794 enthalten seine Werke nicht mehr als 7 Gedichte, nnddie drei bedeutenden von diesen, die Resignation, die Götter Griechenlands und duKünstler, tragen deutlich das Gepräge der philosophischen Gedanken, welche ihn i»dieser Zeit vorzugsweise beschäftigten. Daneben sammelt die Beschäftigung mit de«„Historischen Memoires" und mit der Geschichte des dreißigjährigen Kriegs (im Hist-rischen Calender für Damen 1791—93) geschichtlichen Stoff, und durch die Wa-schungen aus Enripides und Virgil wird der ästhetische Gesichtskreis erweitert unddie Beherrschung der poetischen Form gefördert. Die philosophischen Abhandlungen„Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen" und „lieber naive und sentimentalischeDichtung" wandern dem Stoffe und ersten Entwürfe nach noch aus der Periode daphilosophischen Vorbereitung in die der poetischen Production mit hinüber und erschein!»in den Horen in abschließender Form (1795 u. 96). Zugleich aber bekundet schon1795 der reiche Blütcnschmuck von nicht weniger als 46 Gedichten, die größtenthälsentweder in den Horen, oder in dem Musenalmanach (6 Jahrgänge 1796 bis IMjveröffentlicht wurden, den neuen Frühling, welcher dem Dichter aufgegangeni st, darunter Gedichte wie „der Spaziergang." Während das Xcnicngewitter (178b)sich entlädt, und nachdem die literarische Atmosphäre dadurch gereinigt ist, versuchtSchiller seine Kraft zunächst noch in minder umfangreichen lyrischen, lyrisch-didaktisch!»und epigrammatischen Gedichten und seinen Balladen und faßt schließlich die ganz!Fülle dieser Dichtungen in dem „Lied von der Glocke" zusammen. Aber noch imletzten Jahre des Jahrhunderts tritt er in voller Rüstung auf seinen» eigentlich!»Felde mit dem Wallenstein hervor. Es mußte ihm jetzt, wo er seinen Beruf, als , jdramatischer Dichter zu wirken, völlig wicdergefunden hatte, wünschenswerth sein,!« ' snäherer Verbindung mit der Bühne zu leben, und dies wurde ihm zutheil, als er am14. Dec. 1799 nach Weimar übersiedelte, wo er nun bis an sein Ende blieb, mreinsten, nur durch seine Kränklichkeit getrübten, häuslichen Glück, im ganzen auch i»erwünschten geselligen Verhältnissen und in befriedigendem äußeren Wohlstaude. Nranregenden Beziehung zu dem dortigen Theater verdanken seine Bearbeitungen d!«Macbeth (1800), der Turandot (1801) und der Phädra (1802) ihre Entstehung,und der Parasit, der Neffe als Onkel (beide 1803), die „Huldigung der Kunst'(1804) beweisen, wie bereitwillig und würdig er auch zufälligeren Äünschen und An-lässen zu dienen wußte. Aus der ursprünglichsten Kraft seines Genius heraus aberbezeichnete er von nun an jegliches Jahr mit einem Meisterwerke: 1800 wurde MamStuart, 1801 die Jungfrau von Orleans, auf der Jahresgrenze 1802—1803 tuBraut von Messina, 1804 Wilhelm Tell vollendet, und noch 1805 hat er uns>n>dem imposanten Torso seines Demetrius beschenkt. Er starb am 9. Mai 1801 ,,»»>der Höhe seiner Kunst und seines Ruhmes, er selbst nach den voransgegangwe»Kämpfen in seinem ganzen Wesen gehoben und verklärt, gereinigt von den Schlaue»,welche in früheren Jahren das reine Gold seines Wesens und Strebcns verhüllte».Seine Gebeine ruhen jetzt neben denen Göthes in der herzoglichen Gruft.
„Schillers Leben und Geistesentwicklnng gewährt das schöne Bild einer unter de»schwierigsten äußeren Bedingungen erstrebten und vollendeten Selbstbildnng. Von ge- ,