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2 (1879) Lob - Zuneigung
Entstehung
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Salzmann.

Ohne Zweifel ist dieser Gedanke und jener Eindruck der Keim, aus welchem die mr'und fruchtbare Behandlung der Naturgeschichte, wodurch sich Schnepfenthal noch Mauszeichnet, hcrvorgegangen ist. Die Candidatcnjahre (17641788) brachtemann in Erfurt bei den Eltern zu. Auch jetzt half er zwar bei der Erziehung sei«jüngern Geschwister, scheint aber an einen pädagogischen Lebensberuf noch nicht qedMzu haben; sein Streben gieng zunächst auf das Pfarramt. Er erreichte dieses stiel imI. 1768 in Rohrdorf bei Erfurt. Die vier Jahre, welche er hier als Pfarrerbrachte, sind auf die Herausbildung seines Charakrcrs von großem Einfluß aewesmDie ernste Berufspflicht, die er gewissenhaft auch in Bezug auf Seelsorge erfüllte'seine Verheiratung und das erste Vatergesühl an seinen Kindern, bekannte er Mn'habe er sich zum Pädagogen gebildet; der Kampf um das Dasein denn mit80 Thalern barer Einnahme war er auf Sparsamkeit, Entsagung und Gotwertraumgewiesen endlich die Noch infolge einer längern Krankheit und unerwartete Hülse-dies alles reifte ihn schnell zum Manne. Bei aller Sorge bewahrte er sich ein thätsteSMitgefühl für andre und ein heiteres Gottvertrauen. Irr Rohrdorf zuerst faßte Sal--mann den Gedanken, eine Erziehungsanstalt zu gründen. Es ist nicht zu zweifeln ichzu diesem Entschlüsse mit der gereiften Selbsterkenntnis die starke Anregung, welche mder pädagogischen Bewegung der Zeit lag, zusammenwirkte. Salzmann gedachte soscrtin Rohrdorf seinen Plan auszuführen; aber das vielleicht noch unreife Unternehme»wurde durch seine Berufung nach Erfurt verhindert, welcher er wider eigene Neiamiaauf den Wunsch seiner Gattin zu folgen sich entschloß. Dagegen begann er jetzt seineLaufbahn als Schriftsteller. Die Anschauung des mannigfaltigen Elendes, das er inseinem amtlickcu Wirken zu Erfurt kennen zu lernen Gelegenheit hatte, trieb ihn dazu-Erbarmen mit der hülfsbcdürftigen Menschheit und der lebhafte Wunsch, zur Ver-besserung ihrer Lage etwas beizutragcn, ergriff ihn. Hiezu meinte er, mäße denMenschen die Ueberzcugung gegeben werden, daß es nur von ihnen abhänge, ob sievon einer Menge von Uebeln befreit werden wollten oder nicht; der Glaube an dieeigene Kraft und der Entschluß sich selbst zu helfen, sei vor allem nöthig, dann werkedie Hülfe Gottes nicht fehlen. Zu diesem Zwecke müße hauptsächlich eine verbesserteErziehung Mitwirken, aber auch an die Erwachsenen müße man sich wenden, um sieaus der Lethargie zu erwecken. So entstanden damals seineUnterhaltungen sürKinder und Kinderfreunde", ferner sein vielgelesenes Krcbsbüchleiu (Anleitung zu einerunvernünftigen Kindererzichung"), worin er die herrschenden Fehler der Erziehungironisch geißelte. Ebenfalls in die Erfurter Zeit fällt die Schriftlieber die wirk-samsten Mittel, den Kindern Religion beizubringcu"; und ein Band Predigten unmdem Titel:Beiträge zur Aufklärung des menschlichen Verstandes in Predigten."Einige Jahre nach der Erfurter Zeit fällt die Herausgabe seines umfangreichen RomansCarl von Carlsberg oder über das menschliche Elend." Vielleicht in keinem seinerWerke tritt Salzmanns schriftstellerische Kraft, die productive Lebendigkeit seiner Phan-tasie, der edle Schwung seines Geistes und zugleich die Beherrschung der Form sowirkungsreich hervor, wie in diesem. Die Tendenz, das menschliche Elend in seinerMannigfaltigkeit und Größe anschaulich und fühlbar zu machen und zugleich dieMittel der Abhülfe zu zeigen, ist dem kritischen Auge zwar immer bemerkbar, wirdaber doch nirgends in störender Weise fühlbar. Auch fand dieses Werk (das inSalzmanns Leben eine ähnliche Stelle cinnimmt, wie in Pestalozzis Leben Lienhardund Gertrud) mehr durch seinen unterhaltenden Charakter als durch den Ernst seinerreformatorischen Gedanken Beifall und Verbreitung. In diesen Jahren erschien auchdas moralische Elementarbuch, eine Sammlung moralischer Erzählungen, erdichteterund wahrer, die meisten von Salzmann selbst erzählt. Im I. 1781 folgte Salz-manu einem Rufe als Lehrer an das von Basedow in Dessau gegründete Philanthropin.Basedow war schon von der Direction zurückgetreten und es bestand, wie es scheint,eine Art collegialischen Regiments; wenigstens vermißte Salzmann die einheitlicheLeitung. Seine Hauptaufgabe war dort der Religionsunterricht und die Leitung desGottesdienstes. Im I. 1784 verließ Salzmann Dessau, um seine eigene Anstaltzu gründen. Die neue Stiftung sollte die Bedingungen eines dauernden Bestandesund einer unabhängigen Entwicklung in sich tragen. Dazu schien vor allem Grund-cigenthum und ein durchaus nach pädagogischer Zweckmäßigkeit gewählter Sri er-